Ö1 Journal-Panorama
In Reportagen, Berichten, Diskussionssendungen und Interviews stellen wir ein Thema in all seiner Breite und Tiefe dar: Zusammenhänge sollen begreifbar, Widersprüche und Details erkennbar werden. Ressortgrenzen gibt es dafür kaum. Wir befassen uns mit allen Weltgegenden und allen Bereichen des Lebens, die gesellschaftlich relevant sind. Im Podcast hören Sie ausgewählte "Journal-Panorama"-Sendungen.
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Alle Episoden
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Heute Venezuela, morgen Gränland, übermorgen Kuba? Der neue US-Imperialismus
Seit Donald Trump vor einem Jahr für seine zweite Amtszeit ins Weiße Haus in Washington eingezogen ist, hat er die Welt verändert – und vielfach auch in Angst und Schrecken versetzt. Besonders hoch ist die Schlagzahl seiner völkerrechtlichen Tabubrüche seit Jahresbeginn: Erst führte das US-Militär in Venezuela eine Militäraktion durch, verhaftete den autoritären Machthaber Nicolas Maduro und verbrachte ihn in die USA. Offenbar beflügelt durch diesen Erfolg, erneuerte der US-Präsident seinen Besitzanspruch auf die zu Dänemark gehörende Arktisinsel Grönland und untermauerte diesen mit einer militärischen Drohung. Und auch bei den Massenprotesten im Iran, die vom dortigen Regime brutal niedergeschlagen werden, versuchen die USA mitzumischen. Auch Teheran hat Donald Trump mit militärischem Eingreifen gedroht.
Was wurde aus "America First"? Welche geopolitischen Absichten stecken hinter den Interventionen und Drohungen? Und welche Schlüsse sollte Europa daraus ziehen? -
JP Wer hat noch Hoffnung in Nahost?
Blickt man auf die Entwicklungen im Nahost-Konflikt, wird deutlich, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten nichts verbessert hat. Die Israelis leiden unter dem Trauma des Terrors vom 13. Oktober, im Gazastreifen versuchen die Menschen seit mehr als zwei Jahren Krieg zu überleben. Palästinenser im Westjordanland leiden unter der israelischen Besatzung. Es gibt nicht mehr viele Menschen, die an eine Lösung des Konflikts glauben. Dennoch gibt es welche, die glauben, dass ein friedliches Zusammenleben möglich ist. Sie werden als naiv belächelt oder angefeindet. Doch sie verbindet die Überzeugung, dass nur Dialog und Gerechtigkeit zum Frieden führen. Was treibt diese Menschen an?
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BR-319: Highway der Zerstörung im Amazonas
Die BR-319 ist eine fast 900 Kilometer lange rote Staubpiste durch das Herz des Amazonasgebietes. Zur Regenzeit verwandelt sich die Straße in eine Schlammpiste, im Sommer wird so viel Staub aufgewirbelt, dass das Atmen schwerfällt. Der schlechte Zustand der Straße diente bisher als Barriere. So blieb der Wald hier noch intakt. Doch das könnte sich bald ändern. Denn die BR-319 soll ausgebaut und durchwegs asphaltiert werden. Umweltschützer fürchten, dass die Straße mehr Goldgräber, Drogenschmuggler und illegale Holzfäller anlocken könnte.
Brasiliens Präsident Lula da Silva will die Abholzung im Amazonas zwar stoppen und hat auch schon einiges erreicht. Doch auch er unterstützt das Projekt zum Ausbau der Bundesstraße BR-319. -
JP (Keine) Wahl in Uganda
Am 15. Jänner 2026 finden in Uganda Parlaments- und Präsidentenwahlen statt. Präsident Yoweri Museveni ist seit 40 Jahren an der Macht, und er will es auch bleiben. Obwohl sich die rund 50 Millionen Uganderinnen und Ugander Veränderung wünschen und das auch lautstark zum Ausdruck bringen. Ugandas Regierung agiert immer autoritärer und brutaler gegenüber Oppositionellen, Medienleuten, Menschenrechtsaktivistinnen und Jugendlichen, die das Regime kritisieren. Besonders zu spüren bekommt das der Musikstar Bobi Wine, der bei dieser Wahl bereits zum zweiten Mal gegen den alten Langzeitherrscher antritt.
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Bulgarien: Ein EU-Land auf dem Weg in die Autokratie?
Bulgarien ist mit 1. Jänner 2026 der Eurozone beigetreten - als 21. EU-Land. Gleichzeitig ist das Land derzeit aber ein echtes Sorgenkind in der EU. Bulgarien ist das ärmste und zweitkorrupteste Land der EU. Und es könnte wieder in die politische Instabilität abdriften. Zwischen den Jahren 2021 und 2024 gab es schon ganze sieben Parlamentswahlen. Und nun ist wieder eine Regierung zurückgetreten, sie war ein knappes Jahr im Amt.
Vor dem Regierungsrücktritt hatte es eine Massenprotestwelle gegeben. Viele Bürgerinnen und Bürger gingen gegen Korruption auf die Straße und protestierten gegen den Staatshaushalt für das Jahr 2026. Sie warfen der Regierung vor, viel Geld in korrupte staatliche Kassen umzuschichten und die Bevölkerung mit höheren Steuern und Abgaben zu belasten. In ihren Augen entwickelt sich Bulgarien immer mehr in Richtung Autokratie.
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Gälisch: Eine Sprache zwischen Konflikt und Versöhnung
1998 wurde das Karfreitagsabkommen zur Befriedung des Nordirland-Konflikts geschlossen. Die irische Sprache, das Gälische, wurde darin als kulturelles Erbe anerkannt. Seit 2022 ist Gälisch in Nordirland Amtssprache und erlebt gerade ein beispielloses Revival. Vor allem Katholikinnen und Katholiken unterstützen das, weil sie das Verschwinden der Sprache als Ausdruck der britischen Vorherrschaft in Nordirland gesehen haben.
Viele Unionisten, Menschen aus der protestantischen Community, fühlen sich durch die irische Sprache zwar nach wie vor in ihrer Identität bedroht – andere aber entdecken das Gälische auch für sich. Historisch betrachtet wurde die Sprache schließlich von allen gesprochen, sie ist Teil der gemeinsamen Kultur und Geschichte. Die alte Sprache könnte nun wieder zur Brücke zwischen den verschiedenen Gruppierungen in Nordirland werden. -
Die Besatzungszeit in Österreich 1945-1955: Angst, Alliierte, Wiederaufbau / 2
Zehn Jahre war Österreich nach der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 80 Jahren von den Alliierten besetzt. Dieses Kapitel unserer Geschichte hat die Menschen, die noch aus eigenem Erleben von dieser Zeit berichten können, tief geprägt. Die Demarkationslinie am Fluss Enns teilte das Nachkriegsösterreich in zwei Sphären: die sowjetische und die der westlichen Alliierten. Je weiter man nach Westen kommt, desto mehr wurden die Besatzer als Befreier wahrgenommen, unter denen sich das Leben relativ rasch normalisierte. Zeitzeug:innen aus Niederösterreich und Oberösterreich kommen in Teil 2 der Sendereihe zu Wort.
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Die Besatzungszeit in Österreich 1945-1955: Angst, Alliierte, Wiederaufbau / 1
Österreich wurde mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren vom Nationalsozialismus befreit. Zugleich begann die Besatzung durch die Siegermächte, die zehn Jahre dauern sollte. Erst mit dem Inkrafttreten des Staatsvertrags im Juli 1955 erlangte Österreich seine staatliche Souveränität wieder.
Die Besetzung lief anfangs chaotisch ab. Schon vor Kriegsende eroberten sowjetische Truppen Wien und weite Teile Ostösterreichs, auch die westlichen Alliierten USA, Großbritannien und Frankreich lieferten sich eine Art Wettlauf, bis dann im Juli 1945 die Grenzen der vier Besatzungszonen endgültig feststanden. Wien wurde ab September 1945 von allen vier Alliierten gemeinsam besetzt.
Die Bevölkerung kämpfte mit Leid, Hunger, zerstörter Infrastruktur. Die Besatzer halfen beim Wiederaufbau, zugleich fürchtete die Bevölkerung Plünderungen und Übergriffe, viele Frauen wurden vergewaltigt. Zeitzeug:innen aus Wien, der Steiermark und Vorarlberg erinnern sich an die Besatzungszeit. -
Buschbrände in Australien
Vor einigen Jahren verwüsteten besonders schlimme Buschfeuer weite Gebiete in Australien. Kangaroo Island war eines davon. Die Insel vor der Südküste gilt als wahres Naturparadies und wird oft das "Galápagos Australiens" genannt. Die Insel von der Größe Mallorcas spiegelt die einzigartige Biodiversität Südaustraliens wider.
Die verheerenden Feuersbrünste verwüsteten zwei Drittel der Insel, Bilder toter Wildtiere gingen um die Welt. Doch die "Arche Noah Down Under" hat sich überraschend schnell erholt.
In Australien hat man seit Jahrtausenden Erfahrung mit den Wirkungen von Bränden und setzte diese auch gezielt ein. Flammen und Rauch können die Regeneration der Pflanzenwelt unterstützen, auch die Tierwelt hat sich angepasst. Doch das gezielte Abbrennen von Flächen durch die Aborigines wird kaum mehr praktiziert, Feuer kann sich nun oft auf viel größeren Flächen ausbreiten. Ein Bericht von Michael Marek. -
Einsamkeit: Wenn Körper und Seele weh tun
Gerade in der Weihnachtszeit fühlen sich viele Menschen einsam. Viele treffen Freunde und Bekannte, am Heiligen Abend und an den Feiertagen danach kommen traditionell die Familien zusammen – da tut es besonders weh, ungewollt alleine zu sein. Aber auch sonst ist Einsamkeit in unseren modernen Gesellschaften zu einem echten Problem geworden. Sie hat schwere gesundheitliche Folgen für den einzelnen - im psychischen wie auch im physischen Bereich. Sie gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und letztlich auch die Demokratie. In Österreich fühlen sich laut den jüngsten Zahlen der Statistik Austria 28% der Bevölkerung zwischen 18 und 74 Jahren gelegentlich einsam, 8% sind meistens oder immer einsam; besonders betroffen sind ältere, aber auch junge Menschen. Immer lauter werden in Österreich die Rufe nach einem nationalen Aktionsplan gegen Einsamkeit, wie ihn auch andere Länder bereits haben. Was tun gegen Einsamkeit?
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Klartext Weihnachtsfriede für die Ukraine - entscheidende Tage für Europa
In die Verhandlungen über einen Waffenstillstand oder gar einen Frieden in der Ukraine ist neue Dynamik gekommen. In Berlin haben auf Initiative der Europäer Gespräche mit der Ukraine und den USA stattgefunden – allerdings ohne den Aggressor Russland. Die Rede ist von entscheidenden Fortschritten, die wohl auch den EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefinnen und -chefs ab Donnerstag beeinflussen werden. Geht es doch um das eingefrorene russische Vermögen in Europa, immerhin umgerechnet rund 200 Milliarden Euro. Ist das der Hebel, mit dem Russlands Präsident Putin an den Verhandlungstisch gezwungen werden kann? War die neue US-Sicherheitsstrategie ein Weckruf für die Europäer? Und rückt dadurch ein Frieden in der Ukraine nach fast vier Jahren Krieg tatsächlich näher?
Darüber diskutieren:
Mario Holzner, Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche wiiw
Klaus Schwertner, Caritas Wien, derzeit in der Ukraine
Velina Tchakarova, geopolitische Expertin -
Altkleiderspenden: Secondhand, Hilfe für Bedürftige oder doch nur Müll?
Wer kennt es nicht: Der Kasten quillt über, Kleider, Pullis und Hosen sind aus der Mode gekommen und sollen weg. Viele nützen die tausenden Sammelcontainer in Österreich, um ihre Altkleider zu entsorgen – im guten Glauben, dass die Spende bedürftigen Menschen zugutekommt.
Im Sommer hat allerdings ein Greenpeace-Bericht für Aufsehen gesorgt, wonach nur wenige gespendete Altkleider wirklich weiter getragen werden, viele würden stattdessen über hunderte, wenn nicht tausende Kilometer in andere europäische Länder, nach Asien oder Afrika geschickt und dort großteils im Müll landen oder verbrannt werden. Gemeinnützige Organisationen, Gemeinden und Privatbetriebe, die die Sammlungen durchführen, betonen hingegen die Nachhaltigkeit der Kleidersammlungen. Verantwortlich für die Müllberge seien vielmehr „Fast Fashion“, Konsumverhalten und fehlende Infrastruktur für Textil-Recycling. Die EU will mit Verordnungen und Richtlinien die Menge an kurzlebiger Kleidung eindämmen. -
"Japaner zuerst" - Der Rechtspopulismus erreicht Japan
Die Demokratie in Japan war lange immun gegen den Rechtspopulismus, wie er sich in den USA und Europa ausbreitet. Das änderte sich bei der Teilparlamentswahl im Juli, als die Sanseito, die „Politische-Teilhabe-Partei“, die höchsten Zugewinne erreichte. In der Folge kam es auch in der Regierung zu einem Rechtsruck. Der Wahlkampfslogan „Japaner zuerst“ hatte am Erfolg der Partei großen Anteil. Sie ist erst einige Jahre alt, sieht sich als Kopie der MAGA-Bewegung von Donald Trump bzw. lässt sich auch mit AfD, Rassemblement National und Reform UK vergleichen.
Wie kam es zum Aufstieg des Rechtspopulismus in Japan? -
30 Jahre Friedensvertrag von Dayton
30 Jahre nach Kriegsende gilt Bosnien noch immer als dysfunktionaler Staat, ein EU-Beitritt scheint deshalb derzeit kein Thema. Zahllose Parlamente auf verschiedenen Ebenen, ethno-nationalistische Parteien der Serben, Kroaten und Bosniaken blockieren einander.
Was ist da schiefgelaufen und inwieweit gibt es doch Hoffnung? Welche Rolle spielen die alten Kriegswunden? Alen Muhic etwa trägt die ganze Tragik des Landes in sich; er ist Sohn eines Vergewaltigungsopfers und bei Pflegeeltern aufgewachsen. Er hat seine Geschichte in einem Buch verarbeitet, das er nun auf Lesungen vorstellt.
Eine Sendung von Oliver Soos. -
Inklusion in der Arbeitswelt: Viele Hürden auf dem Weg zum Traumjob
Jeder Mensch – ob mit oder ohne Behinderungen – hat das Recht auf Arbeit. Für Menschen mit Behinderungen ist es allerdings oft unmöglich, ihren Traumberuf auszuüben. Häufig sind Vorurteile der Grund, warum sie doch nicht eingestellt werden. Viele sind stattdessen in sogenannten Werkstätten beschäftigt, bekommen nur Taschengeld, aber kein Gehalt, oft bleiben ihre wahren Talente und Fähigkeiten ungenützt.
Über geförderte Projekte soll es für Menschen mit Behinderungen einfacher werden, die gewünschte Arbeitsstelle zu bekommen. Aber funktioniert diese Umsetzung?
Darüber diskutieren:
Julia Moser, FmB – Interessensvertretung Frauen* mit Behinderungen
Birgit Posch, Firma Brantner Green Solutions
Christina Schneyder, dabei-austria (Dachverband berufliche Inklusion Austria)
Peter Traschkowitsch, Gewerkschaft vida -
Syrien: Rückkehr in ein zerstörtes Land?
Am 8. Dezember hat sich der Sturz der Assad-Diktatur in Syrien zum ersten Mal gejährt. Die neuen Machthaber präsentieren sich selbstbewusst auf der Weltbühne, aber in Syrien selbst sind die Fortschritte gering. Der Wiederaufbau hat noch nicht ernsthaft begonnen – weite Teile des Landes liegen weiterhin in Trümmern. Und immer wieder erschüttern Wellen der Gewalt das Land. Für Menschen, die während des Kriegs geflohen sind, stellt sich die Frage der Rückkehr – aber ist in Syrien derzeit ein würdiges Leben möglich?
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Gewalt gegen Frauen
"16 Tage gegen Gewalt" ist eine UNO-Aktion, die auch bei uns gerade auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen soll. Erst zuletzt gab es wieder erschütternde Fälle von Männergewalt gegenüber Frauen, so wurde in Graz eine junge Frau von ihrem Ex-Partner ermordet.
Die Regierung verspricht schärfere Gesetze, über Maßnahmen wie die Fußfessel für gewalttätige Männer wird nachgedacht. Was kann wirklich helfen, was stoppt Männergewalt?
Darüber diskutieren:Michaela Gosch, Frauenhäuser Steiermark, Geschäftsführerin
Marina Sorgo, Bundesverband der Gewaltschutzzentren, stv. Vorsitzende
Hubert Steger, Männerberatung Wien
Diskussionsleitung: Astrid Plank -
Urlaub im Irak - eine Reise zu Steinen, Sümpfen und Souks
An Iraks historischen Stätten wird derzeit gehämmert, gesägt und geschweißt. Arbeiter restaurieren, was Kriege, Terror und Erosion beschädigt haben. Die Regierung in Bagdad hat ambitionierte Investitionspläne. Sie möchte weg von der Abhängigkeit von Erdöl-Exporten; stattdessen soll Tourismus für neue Jobs sorgen. Das einstige Mesopotamien erstrahlt in neuem Glanz: Die Wiege der Zivilisation soll wieder internationale Besucher:innen anlocken. Während westliche Regierungen von Reisen in den Irak abraten und Reisewarnungen aussprechen, wirbt der Irak mit Stabilität: Nach der Diktatur unter Saddam Hussein, der US-Invasion und dem darauffolgenden Bürgerkrieg sei das Land so sicher wie nie. Zeit für eine Reise in das Land zwischen Euphrat und Tigris, zu Steinen, Sümpfen und Souks.
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Was bringt das Kopftuch-Verbot an Schulen?
„Bundesgesetz zur Stärkung von unmündigen Mädchen an Schulen mittels Einführung eines Kopftuchverbots", nennt sich der neueste Versuch, muslimische Kopfbedeckungen bis Gesichtsverhüllungen an österreichischen Bildungseinrichtungen zu untersagen; 2020 hatte der Verfassungsgerichtshof ein gesetzliches Kopftuchverbot an Volksschulen als verfassungswidrig aufgehoben. Diesmal soll das Verbot für Mädchen bis 14 Jahre gelten und das ab Herbst 2026. Die Regierung aus ÖVP, SPÖ und Neos zeigt sich zuversichtlich: Diesmal werde das Gesetz auch vor dem Verfassungsgerichtshof halten. Die Ansichten darüber gehen auseinander. Und ebenso sind die Meinungen darüber gespalten, ob dieses Verbot tatsächlich eine Stärkung muslimischer Mädchen bedeutet. Diese Uneinigkeit herrscht sowohl innerhalb als auch außerhalb der islamischen Community.
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CO2-Schleuder Schifffahrt - Was ersetzt Schweröl und Diesel?
Tanker, Container- und Kreuzfahrtschiffe stoßen jedes Jahr rund eine Milliarde Tonnen CO2 aus, so viel wie der globale Flugverkehr. Doch schon 2050 soll die Schifffahrt klimaneutral sein, fordert die UNO.
Intensiv wird deshalb an Alternativen zu Schweröl und Schiffsdiesel geforscht. Grünes Methanol und Ammoniak gelten als vielversprechend, in küstennahen Meeresabschnitten sind bereits Elektro-Schiffe unterwegs. Auch Häfen müssen sich umstellen – mit neuen Treibstofflagern und Ladestationen. -
Die neue Koralmbahn: Was das Jahrhundertprojekt bringt
Mitte Dezember wird eine neue Eisenbahnstrecke eröffnet, die vieles umkrempeln wird: die Koralmbahn. Nur noch eine Dreiviertelstunde dauert in Zukunft die Zugfahrt von Graz nach Klagenfurt. Der Koralmtunnel, das Herzstück der neuen Strecke, ist mit fast 33 Kilometern Länge momentan der sechstlängste Eisenbahntunnel der Welt. Fast 30 Jahre lang wurde geplant und gebaut, es ist das größte Eisenbahnprojekt in Österreich seit mehr als eineinhalb Jahrhunderten.
Durch die neue Hochleistungsstrecke wird der Süden Österreichs für Personen- wie Güterverkehr viel besser erreichbar sein, und damit wird der Raum auch wirtschaftlich neu geordnet. Zwischen Graz und Klagenfurt entsteht ein Ballungsraum mit über einer Million Einwohnern. Erwartet werden gravierende Verbesserungen für Pendler:innen, Betriebsansiedlungen, die Arbeitsmarktlage dies- und jenseits der Landesgrenze und den Tourismus. Den enormen Zeitgewinn werden auch all jene spüren, die aus Richtung Wien in den Süden unterwegs sind. -
Klartext: Gibt es noch Hoffnung für unser Klima?
Die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Belém 2025 sind ernüchternd. Man konnte sich auf keinen genauen Fahrplan zur Abkehr von Kohle, Öl und Gas einigen. Geht alles so weiter wie geplant, steuern wir bis zum Ende des Jahrhunderts auf eine globale Erwärmung von rund 2,5 Grad zu - eine eklatante Verfehlung der Pariser Klimaziele. Immerhin aber: In Belém hat man sich darauf geeinigt, dass reiche Staaten ihre Klimahilfen an ärmere Länder zur Anpassung an den Klimawandel erhöhen.
Was ist von dem Ergebnis zu halten? Und was bringen die jährlichen UNO-Klimakonferenzen letztlich?Darüber diskutieren:
Birgit Bednar-Friedl, Klimaökonomin am Wegener Center in Graz
Dieter Drexel, stv. Bereichsleiter Klima, Ressourcen & Energie in der Industriellenvereinigung
Jasmin Duregger, Klima- und Energie-Expertin von GreenpeaceDiskussionsleitung: Christian Williwald
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50. Todestag von Francisco Franco: Spaniens langer Weg der Aufarbeitung
Vor 50 Jahren ist in Spanien General Franco gestorben. Er hat jahrzehntelang als Diktator geherrscht - vom Bürgerkrieg in den 1930er Jahren bis eben in die 70er Jahre.
Obwohl unter seiner Herrschaft Hunderttausende Menschen verschwunden sind bzw ermordet wurden, löste sein Tod in Spanien kollektive Trauer aus - und bei manchen steht er auch heute noch in hohem Ansehen; gerade auch manche Junge erliegen der Verlockung eines Führers.
Dabei sind noch nicht einmal alle Verbrechen der Franco-Diktatur aufgeklärt und nicht alle Toten von damals gefunden oder identifiziert. Der Weg Spaniens zur Aufarbeitung der Franco-Ära ist noch lang. -
Geschafft! Und jetzt? Nach der Qualifikation für die Männer Fußball-WM
Der Bann ist gebrochen – nach 28 Jahre hat das österreichische Männer-Fußball-Nationalteam wieder die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft geschafft. Der Jubel und die Erleichterung sind heute groß, doch kann das ÖFB-Team diesen Spirit mit in die WM nächstes Jahr in den USA, Kanada und Mexiko mitnehmen? Nach der Auslosung am 5. Dezember wird klar sein, auf welche Gegner sich die Österreicher einstellen müssen. Ist schon die Qualifikation der größte Erfolg? Welche Hürden muss das Team noch nehmen? Was bringt die WM-Teilnahme dem österreichischen Fußball insgesamt? Und lässt sich bei den Fans eine ähnliche Euphorie entfachen wie bei der Europameisterschaft 2024, bei der es die Österreicher bis ins Achtelfinale schafften?
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Blackout, Cyberattacke, Terroranschlag: Wie krisensicher sind unsere Spitäler?
Das österreichische Gesundheitssystem ist finanziell und personell unter Druck. Wie könnten Spitäler angesichts dessen auf einen großflächigen Stromausfall, einen hybriden Angriff auf sensible Infrastruktur, ein Unglück mit vielen Verletzten oder ein Extremwetterereignis mit vielen Opfern reagieren? Die Szenarien für Krisen sind vielfältig, ebenso die Vorbereitung darauf. Wie gut die Spitäler in Österreich für Extremsituationen schon gerüstet sind und was noch ausbaufähig ist, darüber haben im Rahmen einer Ärztekammer-Enquete Expertinnen aus dem Gesundheits- und Verteidigungsministerium, aus der Ärzteschaft und dem Spitalsmanagement diskutiert.
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60 Jahre "Sound of Music": Hollywood, Hype und Heimatliebe
Am 16. November 1959 - feierte „The Sound of Music“ am Broadway Premiere, und der Hollywood-Film, der sechs Jahre später in die Kinos kam, wurde ein Welterfolg: fünf Oscars, Millionen Fans, ein Karriere-Turbo für die Hauptdarsteller Julie Andrews und Christopher Plummer. Nur in Österreich kennt den Film kaum jemand, und das hat historische Gründe. Dabei ist er von einer Salzburger Geschichte inspiriert: Die angehende Nonne Maria verliebt sich als Kindermädchen in den Baron von Trapp, wird Stiefmutter seiner sieben Kinder, es folgen die Gründung eines Familienchors und die Flucht vor den Nazis - Hollywood-tauglich verkürzt und natürlich mit vielen Hits, von "Do Re Mi" bis "Edelweiß". Bis heute lebt der Salzburger Tourismus sehr gut vom Erfolg, "Sound of Music"-Touren führen Fans aus aller Welt durch Stadt und Land - und bald soll ein eigenes Museum über die wahre Geschichte und Familiengeschichte aufklären.
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Abgang auf Raten - Zum Rücktritt von Harald Mahrer
Angesichts der lauter werdenden Rücktrittsforderungen schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein - jetzt ist es fix: Harald Mahrer tritt als Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und des Wirtschaftsbundes (WB) zurück. Das teilte er am Donnerstag in einem Statement mit. Zur Nachfolge äußerte er sich nicht. Interimistisch soll die Leitung der Kammer laut Medienberichten die bisherige Vizepräsidentin Martha Schultz übernehmen.
Der Präsident der Wirtschaftskammer hatte sich mit ungeschicktem Management in der heiklen Gehälterfrage ins Out manövriert und stand zusätzlich als Gagenkaiser da. So laut wie in den letzten Tagen waren Rücktrittsaufforderungen aus der eigenen Partei - in dem Fall der ÖVP - noch selten zu hören. Und auch die Diskussion um die Kammern an und für sich ist neu entbrannt. -
Guyana: Vom Naturparadies zum Ölgiganten
Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine mussten viele Länder Alternativen zu russischem Öl und Gas suchen. Während in manchen europäischen Staaten über den Ausstieg aus fossilen Energien gesprochen wird, erlebt ein kleines Land in Südamerika derzeit das Gegenteil: Guyana. Seit einem riesigen Ölfund vor der Küste steht eines der ärmsten Länder der Region vor dem Umbruch. Für Guyana ist das eine historische Chance und zugleich ein gefährlicher Pakt mit der Zukunft: Wie verhindern, dass der Reichtum nicht nur einigen wenigen zugutekommt? Und während das Land vom Ölboom träumt, steigen die Meeresspiegel und bedrohen seine Küste. Wie also umgehen mit diesem Reichtum, mitten im Klimawandel?
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Kultur in schwierigen Zeiten: Trencin wird Europäische Kulturhauptstadt 2026
In der Westslowakei, eine Stunde von Bratislava entfernt, soll sich ein Wunder wiederholen: Trencin soll dauerhaft aufblühen, und das Kulturhauptstadtjahr 2026 soll dafür den Startschuss geben. Attraktiver werden für junge Leute, höhere Lebensqualität, Tempo im Strukturwandel - das sind die hoch gesteckten Ziele. 2013 hat das bereits einmal geklappt - damals war Kosice der erste slowakische Träger des begehrten Titels der Europäischen Kulturhauptstadt - und hat sich tatsächlich seither denkbar positiv entwickelt. Im Programm für Trencin steht deshalb nicht die Hochkultur im Mittelpunkt, sondern Stadtgesellschaft und Tourismus. Nach außen soll die Stadt zum Aushängeschild für die Slowakei werden - und das in schwierigen Zeiten: Die populistische Regierung hat in der slowakischen Kultur zum Kahlschlag angesetzt.
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30 Jahre Nationalfonds: Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft
Mit der Einrichtung des Nationalfonds 1995 setzte die Republik 50 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur ein klares und dauerhaftes Zeichen der historischen Verantwortung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus. Ihnen sollte neben der moralischen Anerkennung auch eine finanzielle Geste zukommen; der Allgemeine Entschädigungsfonds hat mehr als 103.000 Entschädigungsforderungen für Vermögensverluste anerkannt, 2017 hat er seine Tätigkeit beendet. Doch die Arbeit des Nationalfonds geht weiter. Am 10. November 2025 richtet das Parlament mit einem Festakt den Blick sowohl zurück auf 30 Jahre tätiger Verantwortung, als auch auf gegenwärtige und künftige Aufgaben. Dazu hören Sie ein Interview mit Hannah Lessing, Vorständin des Nationalfonds.
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USA: Demokraten jubeln über Siege
Der erste Stimmungstest nach den Präsidentenwahlen vor einem Jahr zeigt eine klare Tendenz: Kandidat:innen der oppositionellen Demokraten haben gestern sowohl die Bürgermeisterwahlen in der 8,5-Millionen-Stadt New York als auch zwei Gouverneurswahlen klar gewonnen.
Mit dem 34jährigen Polit-Shootingstar Zohran Mamdani steht somit erstmals ein Moslem an der Spitze der Ostküsten-Metropole New York. Der in Uganda geborene Sohn indischer Eltern steht zudem weit links, bezeichnet sich selbst als demokratischen Sozialisten und hat es geschafft, Massen zu mobilisieren.
In New Jersey stellen die Demokraten mit Mikie Sherrill weiterhin die Regierungschefin des Bundesstaats, in Virginia konnte Abigail Spanberger den Gouverneurssitz aus republikanischer Hand zurückgewinnen.
Haben sich die Demokraten nun wieder gefangen? Was bedeuten ihre Erfolge für die Midterm-Wahlen in einem Jahr? Und welche Bilanz kann der Republikaner Donald Trump ein Jahr nach seinem Wahlerfolg ziehen? -
Belastungen am Bauernhof: Wie Suizide von Landwirt:innen vermeiden?
Es wird nicht häufig über die vergleichsweise hohe Suizidrate in landwirtschaftlichen Berufen gesprochen. Laut einem Bericht der EU sind Bäuerinnen und Bauern in ganz Europa einem großen Druck ausgesetzt, viele von ihnen haben psychische Probleme, Depressionen oder Angstzustände. Es geht um Preisdruck für die landwirtschaftlichen Produkte, die Sorge wegen des Klimawandels und um Probleme bei Hofübergaben. In Italien wurde vor einigen Jahren eine um 30 Prozent erhöhte Suizidrate bei Landwirten gegenüber anderen Berufsgruppen festgestellt. In Österreich fehlen dazu aussagekräftige Zahlen. Doch es gibt Hilfe. Das bäuerliche Sorgentelefon ist unter der Nummer 0810 676 810 erreichbar, die Telefonseelsorge unter dem Notruf 142.
Diese Sendung wurde am 26. 5. 2025 erstmals ausgestrahlt und zweifach ausgezeichnet: mit dem Papageno-Medienpreis für suizidpräventive Berichterstattung und dem Stephan-Rudas-Preis. -
Das Schweigen der Bischöfe - Missbrauch in der italienischen röm.kath. Kirche
Antonio Messina aus Enna in Sizilien war sechzehn Jahre alt, als ein Kirchenmann anfing, ihn zu missbrauchen. Jahre später hat Messina Anzeige erstattet, nachdem er vergeblich versucht hatte, innerkirchlich Gehör zu bekommen. Der beschuldigte Priester ist mittlerweile in zweiter Instanz zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Die Geschichte zeigt die Abgründe in der katholischen Kirche und in der Gesellschaft in Italien. Antonio Messina wird seit seiner Anzeige angefeindet, eine Journalistin, die über das Thema berichtet hat, bedroht. Und Italien schafft es immer noch nicht, den Missbrauch in katholischen Gemeinden, Orden und Freizeiteinrichtungen systematisch aufzuarbeiten.
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Klartext: Zahlen, bis der Arzt kommt. Zum Streit über die Wahlarzthonorare
Wahlärzte sind viel zu teuer. Es gibt zu viele von ihnen. Wahlarzthonorare müssen gedeckelt werden. So oder ähnlich argumentiert der Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse. Er möchte eine Obergrenze für jene Honorare eingeführt sehen, die niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sozusagen am freien Markt verlangen dürfen - und für die die Krankenkassen meist nur einen Bruchteil zurückerstatten.
Hat er mit seinen Forderungen recht? Und würde durch eine Deckelung die ärztliche Versorgung verbessern - oder würden nur deren Lücken größer? Denn viele Menschen setzen - wegen langer Wartezeiten bei Kassenordinationen - inzwischen auf die Behandlung durch Wahlärztinnen oder -ärzte und schließen dafür auch teure Versicherungen ab.
Darüber diskutieren:
Andreas Huss, Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse
Ernest Pichlbauer, Mediziner und Gesundheitsökonom
Momen Radi, Wahlärztevertreter in der Ärztekammer -
UNO unter Druck - 80 Jahre Arbeit für Weltfrieden und Men
Im Hauptquartier der UNO am East River in New York herrscht 80 Jahre nach Inkrafttreten der Charta der Vereinten Nationen am 24. Oktober 1945 keine Feierlaune. Die multilaterale Weltordnung, für die die Vereinten Nationen stehen, ist unter Druck. Statt internationaler Zusammenarbeit und Stärke des Rechts setzt sich immer häufiger das Recht des Stärkeren durch. Die drei wichtigsten Veto-Mächte USA, China und Russland brechen immer häufiger das Völkerrecht und blockieren einander im UN-Sicherheitsrat. Schlimm wirken sich auch die massiven finanziellen Kürzungen der US-Regierung aus - die Einsparungen in der Entwicklungshilfe bedrohen Millionen Menschen in ärmeren Ländern.
Trotz dieser tiefen politischen und finanziellen Krise zeigt sich aber auch 80 Jahre nach ihrer Gründung, welchen Wert die Vereinten Nationen haben. Sie sind nach wie vor der einzige Ort, an dem alle Länder dieser Welt zusammenkommen.
Dazu ein Gespräch mit Stephan Wittich, Völkerrechtsexperte an der Universität Wien. -
UNO unter Druck - 80 Jahre Arbeit für Weltfrieden und Menschenrechte
Im Hauptquartier der UNO am East River in New York herrscht 80 Jahre nach Inkrafttreten der Charta der Vereinten Nationen am 24. Oktober 1945 keine Feierlaune. Die multilaterale Weltordnung, für die die Vereinten Nationen stehen, ist unter Druck. Statt internationaler Zusammenarbeit und Stärke des Rechts setzt sich immer häufiger das Recht des Stärkeren durch. Die drei wichtigsten Veto-Mächte USA, China und Russland brechen immer häufiger das Völkerrecht und blockieren einander im UN-Sicherheitsrat. Schlimm wirken sich auch die massiven finanziellen Kürzungen der US-Regierung aus - die Einsparungen in der Entwicklungshilfe bedrohen Millionen Menschen in ärmeren Ländern.
Trotz dieser tiefen politischen und finanziellen Krise zeigt sich aber auch 80 Jahre nach ihrer Gründung, welchen Wert die Vereinten Nationen haben. Sie sind nach wie vor der einzige Ort, an dem alle Länder dieser Welt zusammenkommen.
Dazu ein Gespräch mit Stephan Wittich, Völkerrechtsexperte an der Universität Wien. -
Leben mit Tourette: Austicken und ausgegrenzt werden
Das Tourette-Syndrom ist eine angeborene und bis heute unheilbare neuropsychiatrische Erkrankung. Kernsymptome sind sogenannte Tics: Motorische zeigen sich als Grimassenschneiden, Schulterzucken oder Mundaufreißen, bei vokalen Tics werden ungewollt Worte, Schreie oder Tierlaute von sich gegeben. Popstars wie Billie Eilish und Robbie Williams haben ihre Diagnose öffentlich gemacht, auch in Österreich sind tausende Menschen betroffen.
Die Störungen können medikamentös, operativ oder mit Verhaltenstherapien abgeschwächt werden. Doch der Leidensdruck Tourette-kranker Menschen ist hoch und das Verständnis der Umwelt oft gering. -
Mercosur: Chance oder Bedrohung für Europa?
Nach Jahren intensiver Verhandlungen ist das umfassende Handelsabkommen zwischen der EU und den fünf Mercosur-Staaten in Lateinamerika auf der Zielgeraden. Im September legte die Europäische Kommission Rechtstexte für das Partnerschaftsabkommen mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay vor. Ziel des Abkommens ist es, Handel und Investitionen durch Abbau von Zöllen zu fördern und somit eine der weltweit größten Freihandelszonen zu schaffen.
Doch das Abkommen ist in Österreich sehr umstritten: Landwirtschaft, Gewerkschaftsbund sowie Umweltorganisationen laufen Sturm gegen Mercosur; Industrie und Wirtschaftsverbände begrüßen es und sehen darin neue Chancen.
Was bringt also Mercosur? Wo liegen mögliche Vor- und Nachteile? Und kann das Abkommen überhaupt noch verhindert werden? Über diese Fragen wurde im Haus der Europäischen Union in Wien diskutiert. -
Kokain am Strand: Drogenschmuggel in Ostfriesland
Südamerikanische Drogen-Kartelle haben verstärkt den europäischen Markt im Visier. Denn der nordamerikanische Markt ist mittlerweile offenbar weitgehend gesättigt. Die deutsche Polizei warnt vor einer Kokainschwemme; Bremen ist eines der Einfallstore für Drogen nahe der Nordseeküste, ebenso wie Antwerpen, Rotterdam oder Hamburg.
Dort kommt tonnenweise Kokain aus Südamerika an, das dann auch auf die Straßen deutscher – und auch österreichischer - Städte gelangt. Neuerdings landet das Kokain aber auch in sehr kleinen Touristen-Häfen im idyllischen Ostfriesland, wie etwa Neuharlingersiel, Bensersiel oder Carolinensiel. -
Graffiti: Ist das Kunst oder kann das weg?
Wie soll eine Stadt mit den Bildern aus der Spraydose umgehen?
Graffiti sind in Städten allgegenwärtig. Bunte Bilder, aber auch einfache Schriftzüge ver(un)zieren Wände, Garagentore, Sitzmöbel, Mistkübel und U-Bahn-Waggons.
Viele sehen darin nichts anderes als Schmierereien und Vandalismus. Für Hausbesitzer:innen und Verkehrsbetriebe sind Graffiti ein teures Ärgernis. Diejenigen, die mit Spraydose und Pinsel durch die Stadt ziehen, empfinden ihre Werke aber als Kunst.
Eine Bestandsaufnahme bei Graffiti-Befürwortern, Jugendarbeiterinnen, Reinigungsfirmen, Polizei und Verkehrsbetrieben. -
Graffiti: Ist das Kunst oder kann das weg?
Wie soll eine Stadt mit den Bildern aus der Spraydose umgehen?
Graffiti sind in Städten allgegenwärtig. Bunte Bilder, aber auch einfache Schriftzüge ver(un)zieren Wände, Garagentore, Sitzmöbel, Mistkübel und U-Bahn-Waggons.
Viele sehen darin nichts anderes als Schmierereien und Vandalismus. Für Hausbesitzer:innen und Verkehrsbetriebe sind Graffiti ein teures Ärgernis. Diejenigen, die mit Spraydose und Pinsel durch die Stadt ziehen, empfinden ihre Werke aber als Kunst.Eine Bestandsaufnahme bei Graffiti-Befürwortern, Jugendarbeiterinnen, Reinigungsfirmen, Polizei und Verkehrsbetrieben.
Service
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Serbien: Moslems und Christen gemeinsam gegen Vucic
Der Einsturz eines Vordachs am Bahnhof von Novi Sad brachte vor einem knappen Jahr, im November 2024, eine Protestwelle in Serbien ins Rollen. Seitdem gibt es im ganzen Land immer wieder riesige Demonstrationszüge mit bis zu 300.000 Menschen. Sie protestieren gegen Korruption und fordern Neuwahlen. Zu Beginn waren es vor allem Studierende, inzwischen äußern Menschen aus allen Schichten ihre Unzufriedenheit mit der Regierung und dem autokratischen Präsidenten Aleksandar Vucic. Die Proteste haben alle Konfessionen, Altersgruppen und Berufsgruppen erfasst und entfalten eine Art einigende Wirkung im Land.
Dennoch: Längst nicht alle Serbinnen und Serben stehen der Regierung kritisch gegenüber, und die studentische Gruppierung „Wir wollen studieren“ positioniert sich sogar klar pro Vucic. Das Land ist polarisiert. -
Wie die Eiserne Lady Großbritannien umkrempelte
Am 13. Oktober 2025 wäre Margaret Thatcher 100 Jahre alt geworden. Die erste britische Premierministerin hat in den 1980er-Jahren als "Eiserne Lady" das Land umgekrempelt und deutliche Spuren in Wirtschaft und Gesellschaft hinterlassen. Noch heute wird sie von manchen leidenschaftlich verehrt, von anderen aus tiefstem Herzen verachtet - Thatcher, 2013 gestorben, hat extrem polarisiert und tut es auch heute noch. Auch die aktuelle britische Politik misst sich an Thatcher, und ihr Vermächtnis ist im Land an vielen Orten zu spüren, zum Beispiel in Bergarbeitersiedlungen in Wales, in denen sie die Kohlegruben dicht machte. Ein Porträt zum 100. Geburtstag.
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Die Geiseln sind frei. Doch wie geht es weiter?
In Israel herrschen Jubel und riesige Erleichterung: Nach mehr als zwei Jahren Haft unter unmenschlichen Bedingungen sind die 20 noch lebenden israelischen Geiseln heute Vormittag von der Hamas freigelassen worden. So groß die Freude heute ist: Ihnen steht ein langer Weg der Traumabewältigung bevor. Im Gegenzug werden rund 2.000 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen. Die erste Phase des Gaza-Friedensabkommens ist somit abgeschlossen. „Der Krieg ist vorbei“ meint US-Präsident Donald Trump; er hat mit seinem Team den Friedensplan vermittelt.
Doch ob nun wirklich Frieden einkehren wird, ist noch nicht so sicher. Wichtige Fragen sind noch nicht entschieden: Wird sich die Hamas entwaffnen lassen wie gefordert? Wenn nicht, könnten die Kämpfe wieder aufflammen? Wer wird den Gazastreifen künftig regieren? Und ist das alles ein Schritt in Richtung eines palästinensischen Staats?
Eine Diskussion mit Expert:innen. -
Chinas Aufstieg zur Supermacht und die Folgen
Chinas Aufstieg zur Supermacht und die Folgen
Wird Europa durch die geopolitischen Entwicklungen zunehmend an den Rand gedrängt?
Seit einigen Jahren richten sich Europas Aufmerksamkeit und Sorge ganz auf Russlands Krieg gegen die Ukraine, den Krieg im Gazastreifen, die Migrationskrise und auf den US-Präsidenten Donald Trump, der die Welt durch Drohungen, Zölle und immer autoritärere Maßnahmen im eigenen Land in Atem hält. Beinahe unbemerkt hat China seine Macht ständig ausgeweitet, die Volksrepublik will die internationale Ordnung neu regeln und die globale Macht neu verteilen. Peking orientiert sich stark Richtung Moskau, ist in vielen Ländern des globalen Südens längst zur Führungsmacht geworden. Was bedeutet das alles für Europa und die EU? Verliert Peking das Interesse an Europa, geht gar zu feindlicher Distanz über? Und was ist aus dem Projekt "Neue Seidenstraße" geworden?
Im Bruno Kreisky Forum in Wien fand dazu dieser Tage eine Podiumsdiskussion mit China-Expert:innen statt. -
Klartext: Wissenschaft zwischen Vertrauen und Skepsis
Diese Woche werden die diesjährigen Gewinner:innen der Nobelpreise bekanntgegeben. Es sind Momente, in denen Wissenschaft und Forschung ins Scheinwerferlicht rücken. Im internationalen Vergleich ist in Österreich allerdings die Skepsis gegenüber Wissenschaft eher groß. Das Interesse an wissenschaftlichen Themen sinkt, wie das „Wissenschaftsbarometer 2024“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zeigt.
Worin liegen die Gründe für Skepsis und Desinteresse in Teilen der Gesellschaft? Ist Kritik an der Wissenschaft berechtigt? Und was kann man in Zeiten von Social Media und Verschwörungstheorien tun, um Wissenschaft und Forschung verständlich zu vermitteln und mehr Bevölkerungsgruppen zu erreichen?Darüber diskutieren:
Christian Bertsch, Institute of Science and Technology Austria ISTA
Andreas Scheu, Österreichische Akademie der Wissenschaften ÖAW
Sigrid Stagl, WU Wien, Wissenschaftlerin des Jahres 2024 -
Neues Leben in der größten Wüste Deutschlands
Die Nationalsozialisten planten hier einen SS-Truppenübungsplatz, später wurde die Lieberoser Heide hundert Kilometer südöstlich von Berlin zur größten Waffentestfläche der Roten Armee außerhalb der Sowjetunion. Seit dem endgültigen Abzug der Russen 1994 liegt das riesige Areal in der Niederlausitz in Südbrandenburg brach und entwickelte sich seitdem ohne äußerliche Einflüsse zur größten Wüste Deutschlands. Die Lieberoser Heide, eine insgesamt 25.500 Hektar große Fläche aus Wald, Wildnis und Wüste, ist inzwischen zum Lebensraum für seltene Pflanzen und Kleintierarten geworden. Aber auch die großen Tiere finden in der Wüstenlandschaft, in der im Sommer mitunter extreme Hitze herrscht, ihr Habitat: Hier leben nicht nur Wölfe, auch Elche wurden schon gesichtet.
Nun plant die Region, die natürlich gewachsene Wildnis zu erschließen und mit einem aufwendigen Besucherzentrum möglichst viele Tagesgäste in die unberührte Natur zu locken. Der Tourismus soll den Steinkohletagebau, der 2035 aus -
Brasilien - Konflikt um Co2-Zertifikate vor dem Klimagipfel
Der Amazonas-Regenwald spielt eine zentrale Rolle in der Klimakrise. Als gesunder Wald absorbiert er das Kohlendioxid in der Atmosphäre. Wird der Wald jedoch zerstört, durch Abholzung oder Brände, kehrt der aufgenommene Kohlenstoff in die Atmosphäre zurück. Doch wie finanziert man Waldschutz?
Brasiliens Bundesstaat Pará, dort wo im November die Klimakonferenz stattfindet, hat im vergangenen Jahr ein Mega-Projekt angekündigt: 12 Millionen CO2-Zertifikate will der brasilianische Bundesstaat verkaufen, damit rund 180 Millionen US-Dollar einnehmen und im Gegenzug Wald retten. Käufer gäbe es auch schon, nämlich die sogenannte LEAF-Koalition. 2021 vom Konzern Amazon gegründet, gehören ihr nicht nur weitere Unternehmen an, darunter Bayer und H&M, sondern auch Regierungen: die USA, Großbritannien und Norwegen. Doch das Abkommen stößt auf Widerstand. Die Staatsanwaltschaft sprach sich für einen Stopp des Projekts aus, traditionelle Gemeinschaften beklagen, es fehle an Transparenz. -
Die USA aus der Außensicht
Die USA sind die Führungsmacht der westlichen Welt – wirtschaftlich, politisch und militärisch. Doch die alten Ordnungen geraten unter Donald Trump gehörig ins Wanken: Isolationistische Tendenzen werden stärker, etwa in der Zollpolitik; Autokraten werden von Washington hofiert, die Verbindung zu Europa ist nicht mehr so verlässlich wie früher. Auch in den USA selbst gerät die Demokratie immer stärker unter Druck, wie man etwa bei der Einwanderungs- oder der Medienpolitik, aber auch im Umgang mit dem politischen Gegner sehen kann. Wohin steuern die USA, welche Dynamiken haben das Land in der jüngeren Geschichte geprägt?
Die Österreichisch-Amerikanische Gesellschaft hat sechs ehemalige Leiter und die derzeitige Leiterin des ORF-Büros in Washington zu einer Diskussion eingeladen, um die Ereignisse und zukünftige Entwicklungen aus ihrer Sicht zu beleuchten. -
Proteste in Serbien: Der Staatsapparat schlägt zurück
In Serbien waren die Proteste gegen Präsident Aleksandar Vucic lange Zeit friedlich, seit dem Sommer gibt es aber zunehmend Gewalt. Demonstrierende, Journalisten und Oppositionspolitiker berichten von brutalen Angriffen der Polizei. Ihr Verdacht: Hier forciert ein Machtapparat Gewalt, damit er sie selbst niederschlagen kann, um die Protest-Bewegung zu diskreditieren und sich als starker Staat zu inszenieren. Die Geschichten von Verprügelten, willkürlich Festgenommenen, sexuell Bedrohten häufen sich; Lehrerinnen, die sich an den Protesten beteiligen, verlieren ihren Job, kritische Medien werden unter Druck gesetzt.
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Gälisch: Eine Sprache zwischen Konflikt und Versöhnung
Vor 27 Jahren wurde das Karfreitagsabkommen zur Befriedung des Nordirland-Konflikts geschlossen. Die irische Sprache, das Gälische, wurde darin als kulturelles Erbe anerkannt. Seit 2022 ist Gälisch in Nordirland Amtssprache und erlebt gerade ein beispielloses Revival. Vor allem Katholikinnen und Katholiken unterstützen das, weil sie das Verschwinden der Sprache als Ausdruck der britischen Vorherrschaft in Nordirland gesehen haben.
Viele Unionisten, Menschen aus der protestantischen Community, fühlen sich durch die irische Sprache zwar nach wie vor in ihrer Identität bedroht – andere aber entdecken das Gälische auch für sich. Historisch betrachtet wurde die Sprache schließlich von allen gesprochen, sie ist Teil der gemeinsamen Kultur und Geschichte. Die alte Sprache könnte nun wieder zur Brücke zwischen den verschiedenen Gruppierungen in Nordirland werden. -
Klartext: Anerkennung Palästinas: Mehr als nur Symbolpolitik?
Mehr als zwei Drittel aller UNO-Mitgliedsländer erkennen einen unabhängigen Staat Palästina an. Knapp zwei Jahre nach der Terrorattacke der Hamas auf Israel und nach fast zwei Jahren Krieg in Gaza ist die laufende UNO-Generalversammlung in New York durch eine Welle solcher Anerkennungen gekennzeichnet - unter den anerkennenden Staaten befinden sich mit Frankreich, Kanada und Großbritannien erstmals auch Vertreter der G7, der führenden Industrienationen. Gegen eine Anerkennung Palästinas ist in der UNO nur noch eine Minderheit, darunter die USA, Deutschland und auch Österreich.
Was bedeuten diese Anerkennungen praktisch? Sind sie Belohnung für den Terror oder bringen sie Bewegung in den Nahost-Konflikt und in die Frage einer Zweistaatenlösung? Werden die Fronten dadurch nur weiter verhärtet? Und welche Rolle kann Österreich spielen?
Darüber diskutieren:
Ralph Janik, Völkerrechtsexperte
Ursula Plassnik, ehem. Außenministerin (ÖVP)
Tom Segev, israelischer Historiker -
Die toten Kinder von Tuam
In Irland sind im vorigen Jahrhundert tausende Kinder in Obhut der katholischen Kirche gestorben - sie waren in kirchlichen Heimen untergebracht, weil sie Kinder lediger Mütter waren.
Ledig und schwanger zu sein - das galt in Irland bis vor nicht allzu alnger Zeit als schwerer Frevel und als Schande. Die betroffenen Frauen wurden häufig gezwungen, ihre Kinder in kirchlichen Institutionen zur Welt zu bringen. Die Kinder wurden ihnen dann aber abgenommen und in vielen Fällen so grob vernachlässigt, dass sie starben.
Vor etwa einem Jahrzehnt hat man erstmals genauere Kenntnis über diese Opfer erlangt - als man auf dem Gelände des Nonnenklosters von Tuam im Westen des Landes auf verscharrte Babyleichen stieß. Die toten Kinder wurden also nicht einmal ordentlich begraben, sondern wie Abfall entsorgt.
Seit dem heurigen Sommer wird nun systematisch gegraben.
Für die Angehörigen geht es um Gewissheit darüber, was mit den Kindern geschehen ist. -
Taxi-Gewalt in Südafrika
Mitte August wird in Soweto ein Uber-Fahrer in seinem Auto erschossen und seine Leiche angezündet - ein weiterer Fall in einer langen Reihe von Gewalttaten, die mit dem südafrikanischen Nahverkehrssystem verbunden sind. In diesem Jahr kamen allein in Gauteng, der wirtschaftsstärksten Provinz des Landes, bereits mehr als 60 Menschen ums Leben.
Seit Jahrzehnten liefern sich Minibus-Taxis, private Anbieter und inzwischen auch digitale Fahrdienste einen erbitterten Konkurrenzkampf. Es geht um Macht und sehr viel Geld. Die Minibusse sind für Südafrika unverzichtbar. Mehr als 15 Millionen Berufspendlerinnen und -pendler nutzen Sammeltaxis für ihre tägliche Fahrt zur Arbeit. Der Umsatz der Branche liegt bei geschätzten 5 Milliarden Euro pro Jahr. Die Politik scheint machtlos zu sein. Die Taxi-Industrie gilt schon lange als „Staat im Staat“. -
Blatten: Leben nach dem Bergsturz
Ende Mai hat ein Bergsturz im Kanton Wallis das Dorf Blatten fast zur Gänze zerstört. Eine Katastrophe wie diese hat es seit Menschengedenken in der Schweiz nicht gegeben. Die 300 Bewohnerinnen und Bewohner mussten den Ort wegen der Bergsturzgefahr innerhalb von kürzester Zeit verlassen, konnten kaum persönliche Gegenstände mitnehmen. Die Dorfgemeinschaft wird auf eine harte Probe gestellt, denn nicht alle haben im Lötschental eine Ersatzwohnung gefunden. Bis 2029 sollen Teile des Ortes neu aufgebaut werden. Doch hält die Dorfgemeinschaft bis dahin, funktioniert dieser ehrgeizige Plan überhaupt?
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Die Verschwundenen von Mexiko
Mexiko hat 130 Millionen Einwohner.
Rund 130 000 Menschen gelten als vermisst.
Oft sind es junge Männer, die aus ihrem Alltag verschwinden - häufig angeworben oder entführt vom organisierten Verbrechen. Sie landen bei Drogenkartellen oder in rivalisierenden Banden. Und viele von ihnen enden irgendwann selbst als Verbrechensopfer, häufig irgendwo verscharrt oder verbrannt. Aufmerksamkeit erregte jüngst ein schrecklicher Fund auf einer Farm, wo Hunderte von Kleidungsstücken und Schuhen neben verbrannten menschlichen Überresten entdeckt wurden.
Private Suchtrupps haben es sich zur Aufgabe gemacht, Tote zu finden, sie gehen Hinweisen nach und graben auf der Suche nach ihren verschwundenen Angehörigen die Erde um.
Denn der Staat habe versagt, lautet die Klage vieler Betroffener: er mache zu wenig gegen das große Verbrechen und helfe nicht bei der Aufklärung der Gräueltaten. -
Ein Jahr nach der großen Flut
Vor genau einem Jahr hat sich in Österreich eine der bisher schlimmsten Hochwasser-Katastrophen ereignet. Besonders betroffen war neben Wien das Bundesland Niederösterreich. Regenmengen in Rekordhöhe sorgten für meterhohe Überschwemmungen auf den Straßen, zerstörten Häuser und Felder und versetzten ganze Regionen in einen Ausnahmezustand. Fünf Menschen kamen in den Fluten ums Leben, an Häusern und Infrastruktur wurden Schäden in Milliardenhöhe angerichtet.
Ein Jahr danach ist in den betroffenen Ortschaften äußerlich kaum mehr etwas von der Katastrophe zu bemerken, doch blickt man hinter die Fassaden, sind die psychischen und materiellen Folgen noch deutlich zu sehen und zu spüren. Ein Lokalaugenschein in Niederösterreich. -
Lokalaugenschein an der US-Mexikanischen Grenze
US-Präsident Donald Trump hat seine zweite Amtszeit mit einem klaren Ziel begonnen: Er versprach die größte Massenabschiebung in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Zur Abschreckung von Ausländern und Ausländerinnen gehört auch, die mehr als 3.000 Kilometer lange Grenze zu Mexiko möglichst unüberwindbar zu machen: Denn hunderttausende Menschen aus Lateinamerika versuchen jedes Jahr, über diese Grenze in die USA zu gelangen.
Über weite Strecken verläuft die Grenze entlang von Flüssen, etwa des Rio Grande; außerdem wurde über Hunderte Kilometer eine hohe Grenzmauer errichtet. Auch die Nationalgarde versucht an der Grenze, illegale Migration zu verhindern.Hansjürgen Mai hat sich an diesem Grenzwall zwischen den USA und Mexiko umgesehen:
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Klartext: Nach der Sommerpause - was bringt der politische Herbst?
Mit:
Gernot Bauer, profil
Thomas Hofer, Politikberater
Maria Zimmermann, Salzburger Nachrichten
Diskussionsleitung: Astrid Plank -
Russlands afrikanische Drohnenbauerinnen
Russland wirbt neuerdings Söldner als Soldaten für den Ukraine-Krieg in Afrika an. Aber nicht nur das: Afrikanische Frauen werden in der Drohnenproduktion eingesetzt. In Alabuga, einer Sonderwirtschaftszone in der autonomen Republik Tatarstan, 1000 Kilometer von Moskau entfernt, gibt es riesige Anlagen für die Fließbandproduktion von Kamikazedrohnen. Offiziell werden dort Motorboote gefertigt, in Wahrheit aber die todbringenden Waffen.
Die Billigarbeitskräfte dafür kommen aus dem Globalen Süden. Afrikanerinnen, meist junge Frauen zwischen 18 und 22 Jahren, werden über Social Media angeworben, versprochen werden ihnen gutes Geld und Karrierechancen. Die Arbeit in Alabuga ist allerdings äußerst gefährlich – die Ukraine hat die riesigen Drohnen-Produktionsstätten bereits mehrfach angegriffen. -
ME/CFS: Die unheimliche Krankheit
Eine Krankheit mit schwierigem Namen - ME/CFS - macht geschätzt zehntausenden Menschen in Österreich das Leben schwer.
ME ist die Abkürzung für myalgische Enzephalomyelitis, das CF steht für Chronische Fatigue, also unnatürliche Erschöpfung. Die plagt viele Menschen besonders seit Corona, denn sie kann eine Ausprägung von Long Covid bzw. dem Post Covid-Syndrom sein. Viele davon Betroffene brauchen intensive Hilfe, können ihren Berufen nicht mehr nachgehen; bei den ganz schweren Fällen kommt es zu Bettlägrigkeit.
Dabei haben die Kranken und ihre Angehörigen auch mit Tabus und Widerstand zu kämpfen - erst kürzlich wurde bekannt, dass ein hochrangiger Sozialversicherungsfunktionär an ME/CFS Erkrankte bzw. deren Ärzte als Scharlatane bezeichnet haben soll. -
Zehn Jahre Flüchtlingskrise: Was hat sich verändert?
Der Sommer 2015 hat Österreich geprägt. 700.000 Menschen zogen in wenigen Wochen durch unser Land, die meisten mit Ziel Deutschland oder Skandinavien, doch an die 90.000 haben bei uns Asylanträge gestellt. Aus dem anfänglichen Mitgefühl für die vielen Geflüchteten aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern wurde bald Ablehnung, aus der Hilfsbereitschaft vielfach Überforderung. Das Thema Migration bestimmt seither die Politik und beeinflusst Wahlen. Bis heute scheint kein gutes Rezept gefunden, wie mit den vielen Menschen umgegangen werden soll, die an Europas Tore klopfen.
Helfer:innen von damals erinnern sich, Flüchtlinge berichten von ihren Erfahrungen, Experten ziehen Bilanz. -
Tourismus in den Favelas von Rio de Janeiro
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Klartext: Emil und die Tigermücken: Tiere auf der Suche nach neuen Lebensräumen
Die Sichtung eines jungen Elchs in Niederösterreich sorgt seit Mitte August für Aufregung, "Emil" wurde zum Star in den Sozialen Medien. Das Tier wird wohl weiterziehen, doch viele neue Tierarten siedeln sich dauerhaft in Österreich an. Was bringt Tiere dazu, ihre angestammten Lebensräume zu verlassen? Welche Rolle spielen Klimawandel und Globalisierung? Sind zugewanderte Tiere Bedrohung oder auch Chance für Biodiversität? Und worauf müssen wir uns angesichts steigender Temperaturen noch einstellen?
Darüber diskutieren:
Claudia Bieber, Veterinärmedizinische Universität
Karin Bakran-Lebl, AGES
Franz Essl, Universität Wien -
Saldo: Renaturierung - Kosten und Nutzen für Österreich
Vor einem Jahr ist die EU-Renaturierungsverordnung in Kraft getreten. Diese sieht vor, dass bis zum Jahr 2050 die Natur in der EU durch Renaturierungsmaßnahmen schrittweise wieder in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden soll. Das gilt für Land-, Küsten-, Meeres- und-Süßwasserökosysteme ebenso wie für Agrarflächen und Städte. Bis August 2026 müssen die Mitgliedsländer Entwürfe für ihre nationalen Wiederherstellungspläne erstellen. In Österreich wurde das Renaturierungsgesetz heftig diskutiert und vielfach abgelehnt, vor allem aus der Landwirtschaftspolitik und den Bundesländern. Die Zustimmung der damaligen Klimaschutzministerin Leonore Gewessler wurde als „Verfassungsbruch“ bezeichnet.
Was bedeutet das Renaturierungsgesetz nun tatsächlich? Welche Kosten und welcher Nutzen sind zu erwarten? Welche Kritik bleibt? Und was motiviert jene, die bereits Projekte umsetzen? Ein Lokalaugenschein. -
Von Asien in die Schweiz: Adoptionskinder suchen ihre Wurzeln
Von den 1970er bis zum Ende der 1990er Jahre haben viele Schweizer Ehepaare tausende Babys und Kleinkinder aus verschiedenen Ländern in Asien, Südamerika und Osteuropa adoptiert. Am Beginn dieser Adoptionen stand oft Kinderhandel oder gar der Diebstahl von Neugeborenen. Die Schweizer Behörden haben Widersprüche in den Adoptionsdokumenten nicht oder zu wenig geprüft oder fühlten sich nicht zuständig, so lautet der Vorwurf, der nun in der Schweiz wissenschaftlich aufgearbeitet wird.
Die adoptierten Kinder sind heute erwachsen, und viele von ihnen suchen ihre Wurzeln. Doch aufgrund gefälschter Dokumente ist es sehr schwer, die leiblichen Eltern ausfindig zu machen. Am weitesten in diesem Prozess sind die ehemaligen Kinder, die aus Sri Lanka adoptiert wurden. -
Auf dem Überholgleis: Österreichs Eisenbahnindustrie
Die heimische Bahnindustrie gehört zu Österreichs Vorzeigebranchen.
Sie versorgt den Schienenbereich von der kleinsten Schraube bis zur fertigen Straßenbahn. Und nicht nur in Österreich, sondern weltweit. Österreichs Bahnindustrie hat einen Exportanteil von mehr als 70 Prozent. 28.000 Menschen arbeiten in Unternehmen, die Straßenbahnen, Schienen, Fahrleitungen oder Zubehör herstellen. Darunter befinden sich zahlreiche Weltmarktführer. -
Sparen mit Todesfolge: Das Ende von USAID bedroht Leben
Jahrzehntelang waren die USA der größte Geber von Not- und Entwicklungshilfe. Im Januar 2025 dann die Kehrtwende: Donald Trump stoppte den größten Teil der Hilfe; die Entwicklungsagentur US-AID wurde aufgelöst; die USA traten aus der Weltgesundheitsorganisation WHO aus. Die Folgen für das Gesundheitswesen Afrikas sind katastrophal: Die Versorgung von HIV- und Tuberkulose-Patienten ist großteils zusammengebrochen; ebenso der Kampf gegen Malaria und vernachlässigte Tropenkrankheiten. Da auch andere Geberländer ihre Hilfe reduzieren, befürchtet die WHO Millionen zusätzliche Todesfälle in den kommenden Jahren – viele davon im ostafrikanischen Kenia.
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Klimadiplomatie: Verhandeln um jedes Grad
Sengend heiße Sommer, furchtbare Fluten und Stürme, warme Winter – seit 30 Jahren versucht die Staatengemeinschaft auf Klimagipfeln die Erderwärmung zu bremsen. In Belém, der brasilianischen Metropole am Amazonas, zieht die Welt im kommenden November Bilanz - zehn Jahre nach der historischen Klimavereinbarung von Paris. Dort sowie bei den Gipfeln in Kyoto und Kopenhagen wurden Chancen und Grenzen der Klimadiplomatie besonders deutlich: Staaten spielen einander aus oder wirken zusammen, Weltpolitik bestimmt den Klimaprozess; Mut und Geschick Einzelner sind nötig, um 190 Staaten zu bewegen. Es geht aber viel zu langsam. Ehemalige Verhandler:innen sowie ein NGO-Vertreter der ersten Stunde erzählen.
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Alt, arm, weiblich
Am 7. August, wurde in östereich der sogenannte Equal Pension Day ausgerufen. Das ist jener Tag im Jahresverlauf, an dem der durchschnittliche männliche Pensionist schon so viel Pension erhalten hat wie die durchschnittliche PensionistIN erst am Ende des Jahres haben wird.
Fast 40 Prozent beträgt die Lücke zwischen Männer- und Frauenpensionen in Österreich. Männer erhalten im Schnitt etwas über 2500 Euro brutto, Frauen um satte 1000 Euro weniger.
Lange Kinderbetreuungszeiten, Berufsunterbrechungen und zu viel Teilzeitarbeit in schlecht bezahlten Berufen zählen zu den Hauptgründen für die Armutsfalle im Alter bei Frauen. Auch jüngere, gut ausgebildete Frauen tappen nach wie vor in diverse Teilzeit- und Pensionsfallen und stehen finanziell oft nicht oder nur sehr wackelig auf eigenen Beinen. -
Bauen statt Abreißen
Wiederverwenden, recyclen, neu nutzen: ein Trend, der in vielen Bereichen etwa bei der Bekleidung gilt. Aber auch im Bausektor täten wir gut daran, weniger abzureißen und neu zu bauen, stattdessen alte Gebäude wiederzuverwerten. Das findet ein europäische Initiative von Baufachleuten. Jede Minute wird in Europa ein Gebäude absichtlich zerstört, also demoliert oder abgerissen - oft unnötigerweise, wie die Expertinnen meinen. Abbruch, Entsorgung und Neubau verbrauchen Rohstoffe und jede Menge Energie.
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Bolivien: Wahlen, Krise und Morales in einer Dschungelfestung
Inmitten der tropischen Chapare-Region im Herzen Boliviens, dort wo der Koka-Anbau blüht, hat sich ein Mann verschanzt, der das südamerikanische Land so lang regierte wie kein Staatsoberheupt vor ihm – der heute aber mit Haftbefehl gesucht wird: Evo Morales, Boliviens erster indigener Präsident. Umgeben von mit Holzspeeren bewaffneten Koka-Bauern, hinter Straßenblockaden, in einer Art Dschungelfestung lebt er nun – und fordert, trotz allem bei den Präsidentschaftswahlen am 17. August erneut antreten zu dürfen, was ihm das Gericht untersagt hat. Deswegen ruft er seine Anhänger:innen zum Protest auf - erfolgreich. Überall wurden Straßenblockaden errichtet, Bauern marschieren in die Metropole La Paz. Und das in einem Land, das ohnehin im Chaos steckt: Die Staatskasse ist leer, Benzin und Gas werden knapp, an Tankstellen bilden sich stundenlange Warteschlangen, und die Lebensmittel werden immer teurer.
Ex-Präsident Morales ließ ausnahmsweise einen Besuch in seiner Dschungelfestung zu. -
Der Wald im Klimawandel
Heiß, heißer, noch heißer
So ergeht es einem derzeit in großen Teilen Europas, auch bei uns wird die Hitze in den nächsten Tagen arg.
Aber nicht nur Menschen leiden, auch der Wald befindet sich im Hitzestress.
Die hohen Temperaturen gepaart mit Trockenheit, in anderen Jahreszeiten aber auch Starkregen, Nassschnee und schwere Stürme setzen ihm zu.
Bäume, die jahrhundertelang an einem Fleck gestanden sind, werdne entwurzelt, andere sterben ab, weil der Borkenkäfer sich in ihnen prächtig entwickelt.
Der Schaden für die Umwelt ist enorm, denn der Wald erfüllt wichtige Funktionen - für das Klima, gegen Bodenerosion, für die Tierwelt.
Und natürlich leiden die Forstwirte und Bauern, denen die Wälder gehören. -
Bäuerliche Strategien im Umgang mit dem Klimawandel
Der Klimawandel setzt die Landwirtschaft unter Druck. Je nach Region leiden bäuerliche Betriebe unter Trockenheit, zu großer Hitze oder häufigeren Unwettern und neuen Schädlingsarten.
Für die Bauern und Bäuerinnen bedeutet das oft erhöhten Arbeitsaufwand und geminderten Ertrag. Fachwissen, Flexibilität und mehrere wirtschaftliche Standbeine sind deshalb mehr denn je gefragt, es gilt, sich auf neue Sorten, Anbaumethoden und Erntezeitpunkte einzustellen. Eine Erkundungsreise zu Bauernhöfen im Lungau, im Weinviertel und im Tullner Feld.
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Wie beendet man Kriege?
US-Präsident Donald Trump möchte den bereits dreieinhalb Jahren dauernden Ukraine-Krieg möglichst bald beendet wissen: Am 15. August soll es ein Treffen zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Alaska geben. Ob diese Friedensinitiative Erfolg haben wird, steht freilich in den Sternen. Denn Moskau ist bisher von seinen - für Kiew unannehmbaren - Kriegszielen nicht abgerückt.
Wie lassen sich Kriege überhaupt beenden, was lehrt uns die Geschichte darüber? Kaum jemand hat sich mehr mit dieser Frage beschäftigt als Jörn Leonhard, Professor für Geschichte an der Universität Freiburg. 2023 hat er ein vielbeachtetes Buch dazu herausgebracht.
Werden Kriege wirklich nicht auf dem Schlachtfeld, sondern am Verhandlungstisch beendet? Wann ist ein bewaffneter Konflikt reif für eine diplomatische/politische Lösung, und was bedeutet das im Hinblick auf den Ukraine- oder den Gaza-Krieg?
Jörn Leonhard im Gespräch mit Elisa Vass. -
Die Geschichte des Persmanhofes
Der Polizeieinsatz am Gedenkort Persmanhof Ende Juli hat für viel Aufregung und Emotionen in Kärnten und darüber hinaus gesorgt.
Einst war der Persmanhof ein entlegener Bergbauernhof in Unterkärnten, nahe der slowenischen Grenze. Im April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, hat sich dort ein schlimmes Endphaseverbrechen abgespielt: Im sogenannten Partisanenkampf ermordete eine SS-Einheit elf Bewohner:innen des Hofes, darunter sieben Kinder. Zuvor hatten sich die SS-Männer eine Schießerei mit Partisanen geliefert, die vom Kärntner Slowenengebiet aus gegen den Nationalsozialismus kämpften. Das Verbrechen wurde in Österreich nie gesühnt.
Seit gut einem Jahrzehnt ist der Persmanhof eine Gedenkstätte und Museum sowie Bildungseinrichtung. Eine Sendung von Judith Brandner aus dem Jahr 2015. -
Algenblüte weltweit - Symptom einer Erdkrise
Ein globales Phänomen trübt die Stimmung bei vielen Strandurlauber:innen: An den Küsten rund um den Globus gibt es immer mehr Algen. Sie scheinen die Gewinner der globalen Umweltveränderungen zu sein. Dramatisches Beispiel: Cancún, Mexiko – einst ein Strandparadies, türmen sich dort heute faulende Algenberge. Ein gigantischer Algengürtel erstreckt sich von dort bis nach Afrika. Eine der Ursachen: der Klimawandel und die Abholzung am Amazonas. Auch die Bretagne, die Ostsee und Australien leiden vermehrt unter Algenblüten. Wenn sie absterben, hinterlassen sie tote Zonen in den Meeren.
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Der Euro spaltet Bulgarien
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Klartext: USA-Europa - Unfairer Handelsdeal?
Der monatelange Zollstreit ist beendet - zumindest vorerst; US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen haben sich geeinigt: Die zum 1. August angedrohten 30-prozentigen Importzölle auf europäische Produkte sind abgewendet. Stattdessen soll es einen Basiszollsatz in Höhe von 15 Prozent auf die meisten Produkte aus der EU geben. Weiters verpflichtet sich die EU zu milliardenschweren Energiekäufen aus den USA und zu riesigen Investitionen.
Hat sich Europa über den Tisch ziehen lassen? Ist diese Vereinbarung nun endgültig? Und was bedeutet die neue Regelung für die exportabhängige österreichische Wirtschaft?
Darüber diskutieren:
Alexander Herzog, Generalsekretär des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs
Irene Lack-Hageneder, Wirtschaftsdelegierte der WKÖ, AußenwirtschaftsCenter Washington
Niclas Poitiers, Ökonom und Research Fellow am Bruegel Institut in Brüssel -
Hoffnung auf Frieden in der Türkei? Sommergespräch mit Hürcan Asli Aksoy
Es war ein Tag, der die Bezeichnung „historisch“ wohl verdient: Am 11. Juli begann die kurdische Arbeiterpartei PKK damit, ihre Waffen niederzulegen – ein symbolischer und dennoch bedeutsamer Schritt, der das Ende eines mehr als 40-jährigen bewaffneten Kampfes einleiten könnte, der zehntausende Menschen das Leben gekostet hat. Wenige Monate zuvor hatte der Anführer der als Terrororganisation geltenden Organisation, Abdullah Öcalan, vom Gefängnis aus zur Auflösung der PKK aufgerufen.
Der neue Anlauf zur Versöhnung kam nur mit Billigung von Recep Tayyip Erdogan zustande. Ist Frieden nun tatsächlich realistisch? Wie passt dazu, dass Erdogan immer autoritärer gegen die größte Oppositionspartei CHP vorgeht? CHP-Bürgermeister werden reihenweise unter dem Vorwurf der Korruption verhaftet. Warum reagiert die EU auf Ankaras Abkehr von der Demokratie so verhalten? Elisa Vass spricht mit der deutsch-türkischen Politologin Hürcan Asli Aksoy von der Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin. -
Spätes Gedenken - Wie Tschechien die Vertreibung Deutscher aufarbeitet
Vor 80 Jahren, am 31. Juli 1945, fand in der böhmischen Stadt Aussig an der Elbe/ Ústí nad Labem ein schreckliches Massaker an der deutschen Zivilbevölkerung statt – zwischen 100 und 200 Menschen wurden damals ermordet. Es war einer der traurigen Höhepunkte der Vertreibung und Ermordung der deutschsprachigen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele Tausend wurden damals ermordet, und drei Millionen Menschen verloren 1945 und 1946 so ihr Hab und Gut und ihre Heimat – als kollektive Strafe für die von der NS-Herrschaft hier begangenen Gräueltaten.
Jahrzehntelang wurde das alles legitimiert, totgeschwiegen oder beschönigt. Doch seit einigen Jahren wird vor allem von jüngeren Menschen in Tschechien an das dunkle Kapitel erinnert, etwa beim alljährlichen Marsch der Versöhnung in Brünn. -
Wie Frankreich den Bergbau wieder ankurbeln will
Frankreich hat eine lange Bergbau-Tradition. 2004 ging die Kohleförderung mit der Schließung des letzten Schachtes in Nordfrankreich zu Ende. Von der Erinnerung an die Industriegeschichte profitieren mittlerweile der Tourismus und die Kultur – so hat das nordfranzösische Bergbau-Revier das Kulturerbe-Label der UNESCO erhalten.
Nach der Jahrtausendwende entstand der Eindruck, ein modernes Land wie Frankreich könne auf den extrem umweltschädlichen Bergbau verzichten. Zugleich schnellte der Verbrauch von Metallen rasant in die Höhe. Die dringend benötigten Rohstoffe werden bis heute importiert, vor allem aus Ländern des globalen Südens und aus China. Aber immer häufiger kommt es zu Engpässen. Jetzt will die französische Regierung den Bergbau im eigenen Land fördern. Ein Argument: die Energiewende. In leistungsstarken Akkus, Windrädern oder Solarpaneelen stecken enorm viele Metalle. Für Kritiker:innen ist das aber der falsche Weg. -
Vor 10 Jahren geflüchtet: Amina Alami und Kenan Fürst-Taube im Sommergespräch
Vor 10 Jahren, im Sommer 2015, begann in Österreich die sogenannte Flüchtlingskrise, die Bilder von überfüllten Bahnhöfen und Kolonnen an Menschen an den Grenzübergängen haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. 2015 wurden in Österreich knapp 90.000 Asylanträge gestellt, die meisten von Flüchtlingen aus Afghanistan und Syrien. Die Zahl der Asylanträge ist inzwischen wieder zurückgegangen, doch Themen wie Integration, Familiennachzug oder Rückführung in die Heimatländer prägen nach wie vor die innenpolitischen Debatten.
2015 flüchteten auch Amina Alami aus Afghanistan und Kenan Fürst-Taube aus Syrien nach Österreich. Amina Alami kam mit ihrer Familie und arbeitet nun bei der Caritas Steiermark, Kenan Fürst-Taube flüchtete gemeinsam mit seiner Mutter und hat inzwischen in Österreich eine Familie gegründet. Warum haben die beiden ihre Heimat verlassen? Was waren die größten Schwierigkeiten dabei, sich hier zu integrieren? Und wie viel Zuwanderung kann Österreich verkraften? -
Blaulicht auf der Elbe: Unterwegs mit der Wasserschutzpolizei Hamburg
Der Hamburger Hafen ist durch seine Lage zwischen Nord- und Ostsee eine wichtige Handelsdrehscheibe. Er versorgt den europäischen Binnenmarkt und damit bis zu 450 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten. Moderne Technik macht den umfangreichen Warenumschlag möglich, als kritische Infrastruktur ist das Thema Sicherheit im Hamburger Hafen zentral. Doch auch für Millionen Reisende ist der Hamburger Hafen dank zahlreicher Sehenswürdigkeiten ein reizvolles Ziel. Die Wasserschutzpolizei Hamburg ist für die Sicherheit im Hamburger Hafen zuständig - mit einem umfangreichen Aufgabenbereich.
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Der letzte Rausch
Ausgehend von Deutschland wird seit einiger Zeit immer am 21. Juli der Menschen gedacht, die an Drogen verstorben sind. Die Zahl der Drogentoten steigt auch in Österreich.
Im Jahr 2023 – jüngere Daten sind offiziell nicht verfügbar - waren österreichweit 256 Drogen-Todesfälle zu verzeichnen; die allermeisten, nämlich 101, in Wien.
Doch auch in ländlichen Gebieten greift Drogenmissbrauch um sich. So gilt etwa Kufstein nach Abwasserkontrollen als heimliche Kokainhauptstadt Österreichs.
Fast 30 Prozent der Drogentoten sind unter 25 Jahre alt. Beim Konsum holen Mädchen gegenüber den Burschen bedenklich rasch auf. Einige Fälle werden in dieser Spurensuche geschildert. -
Klartext: Claus Peymann - Tod einer Theaterlegende
Am 16. Juli 2025 ist Claus Peymann im Alter von 88 Jahren gestorben. 13 Jahre lang leitete er das Burgtheater in Wien und war in dieser Funktion erst gehasst, später verehrt.
In seine Ära fiel der größte österreichische Theaterskandal, jener um die Uraufführung von Thomas Bernhards „Heldenplatz“ 1988. Bernhard war sein „künstlerischer Lebensmensch“, wie Peymann selbst gesagt hat.
Er hat aber auch anderen österreichischen Autor:innen viel Raum gegeben, etwa Elfriede Jelinek oder Peter Turrini.
Welche Bedeutung hat Claus Peymann, wie war die Zusammenarbeit mit ihm, und bleibt von ihm mehr als der Ruf eines Skandalumwitterten?
Darüber diskutieren Karin Bergmann, Wegbegleiterin und frühere Burgtheaterdirektorin, Rudolf Scholten, ehem. Kulturminister und Peter Schneeberger, ORF KulturDiskussionsleitung: Veronika Fillitz
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Die Besatzungszeit in Österreich 1945 - 1955, Teil 2
Zehn Jahre, von 1945 bis 1955, war Österreich von den Allierten besetzt. Dieses Kapitel unserer Geschichte hat die Menschen, die noch aus eigenem Erleben von dieser Zeit berichten können, tief geprägt. Sie erzählen von Angst und brutaler Gewalt, die hauptsächlich von sowjetischen Besatzungssoldaten verübt wurde, von Verlust und Wiedersehensfreude, von Not und Zusammenhalt und von Zuversicht und Wiederaufbau.
Das Grauen der Kriegsjahre hinter sich lassen, die Ärmel hochkrempeln und die eigene Existenz wieder aufbauen - so versuchten die Menschen in den Nachkriegsjahren ihr Leben zu meistern. Hören Sie Teil zwei des Journal Panoramas über die Besatzungszeit, in dem Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Nieder- und Oberösterreich zu Wort kommen.
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Die Besatzungszeit in Österreich 1945 - 1955, Teil 1
Österreich wurde mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren vom Nationalsozialismus befreit. Zugleich begann die Besatzung durch die Siegermächte, die zehn Jahre dauern sollte. Erst mit dem Inkrafttreten des Staatsvertrags im Juli 1955 erlangte Österreich seine staatliche Souveränität wieder.
Die Besetzung lief anfangs chaotisch ab. Schon vor Kriegsende eroberten sowjetische Truppen Wien und weite Teile Ostösterreichs, auch die westlichen Alliierten USA, Großbritannien und Frankreich lieferten sich eine Art Wettlauf, bis dann im Juli 1945 die Grenzen der vier Besatzungszonen endgültig feststanden. Wien wurde ab September 1945 von allen vier Alliierten gemeinsam besetzt.
Die Bevölkerung kämpfte mit menschlichem Leid, Hunger, zerstörter Infrastruktur. Die Besatzer halfen beim Wiederaufbau, zugleich fürchtete die Bevölkerung Plünderungen und Übergriffe, viele Frauen wurden vergewaltigt. In Teil 1 erinnern sich Zeitzeug:innen aus Wien, der Steiermark und Vorarlberg. -
Kenia: Kleiner Wohlstand, große Veränderung
Wie in allen Ländern des globalen Südens leben auch in Kenia sehr viele Menschen mit einer Behinderung – die Gründe dafür sind Armut und schlechte medizinische Versorgung. Gleichzeitig werden Menschen mit Behinderung häufig diskriminiert und stigmatisiert; es wird ihnen nichts zugetraut und sie finden keine Arbeit.
Um das zu ändern, fördert die in Österreich gegründete Hilfsorganisation „Licht für die Welt“ in dem ostafrikanischen Land die wirtschaftliche Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung. Diese bekommen eine Anschubfinanzierung sowie Schulungen, damit sie ihre Talente in ihren kleinen Unternehmen einbringen und weiterentwickeln können. Gewünschte Nebeneffekte sind gesellschaftliche Anerkennung und eine Vorbildwirkung für andere.
Dass Inklusion in Kenia nun auch von der Politik als Notwendigkeit erkannt wurde, zeigt auch die Verabschiedung eines fortschrittlichen Behindertengleichstellungsgesetzes im Mai dieses Jahres. -
Klartext-Diskussion zur innenpolitischen Sommerbilanz
Nach einem turbulenten Wahljahr 2024 und einer lähmend langen Regierungssuche wurde Anfang März die Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS angelobt. Seither scheint etwas mehr innenpolitische Ruhe eingekehrt. Doch ist diese Ruhe auch konstruktiv? Was hat die Regierung bisher weitergebracht und vor welchen Herausforderungen steht Österreich? Mit:
Peter Filzmaier, Politikwissenschafter
Walter Hämmerle, Kleine Zeitung
Barbara Tóth, FalterDiskussionsleitung: Astrid Plank
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Die iranisch-amerikanische Feindschaft und ihre HIntergründe
Die USA haben vor kurzem an der Seite Israels in den Krieg mit dem Iran eingegriffen und Bomben auf Atomanlagen abgeworfen. Es ist nicht der erste Konflikt zwischen dem Iran und den USA.
Auch wenn Teheran unter dem Schah ein wichtiger Partner der USA im Nahen Osten war – antiamerikanische Vorbehalte gibt es schon seit den 1950er Jahren. Nach dem Sieg der Islamischen Revolution und der Besetzung der US-Botschaft 1979 herrschten Feindschaft und Misstrauen. Beides wurde weiter angefacht durch das iranische Atomprogramm, über dessen genaues Ausmaß und Ziel bis heute Unklarheit herrscht.Dazu ein Gespräch über die Lage im Iran nach dem Zwölf-Tage-Krieg mit ORF-Iran-Korrespondentin Katharina Wagner.
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Nuklearforscher Georg Steinhauser im Sommergespräch
Vor 80 Jahren wurden erstmals Atombomben in einem Krieg eingesetzt. Die Abwürfe durch US-Bomber auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg auch in Asien, die vielen Opfer ließen im „Vater der Atombombe“ genannten Physiker J. Robert Oppenheimer massive moralische Bedenken aufkommen. Es folgte jahrzehntelanges Wettrüsten, seit 1957 soll die Internationale Atomenergiebehörde die militärische Nutzung überwachen und die friedliche fördern. Die Bombardierung iranischer Atomanlagen durch die USA im Juni hat die Diskussion über Atomwaffen weltweit neu angefacht. Gleichzeitig erlebt die Atomkraft zur Energiegewinnung in Europa eine Renaissance. Ist Strom aus Kernkraftwerken angesichts des Klimawandels eine taugliche Co2-freie Alternative? Wohin mit dem Atommüll? Und welche Fortschritte hat die Atomforschung in den vergangenen 80 Jahren im Spannungsfeld zwischen Politik und Wissenschaft gemacht?
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30 Jahre Genozid von Srebrenica
Der Völkermord von Srebrenica war das größte Massaker in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen 11. und 19. Juli 1995 töteten bosnisch-serbische Soldaten und Milizen und serbische Paramilitärs mehr als 8300 Menschen, vor allem bosniakische Männer und Burschen. Zum Jahrestag gibt es heuer in Srebrenica in der Gedenkstätte Potocari einen großen Gedenkakt, zu dem viele Angehörige der damaligen Opfer sowie internationale Gäste erwartet werden. Vertreter:innen Serbiens werden eher nicht unter den Besuchern sein, denn obwohl es sich beim Genozid von Srebrenica um das in seiner Grausamkeit herausragendste Verbrechen der Jugoslawien-Kriege handelt, gibt es in Serbien und unter den bosnischen Serben einen äußert problematischen Umgang damit. Der Genozid wird weitgehend kleingeredet, zum Teil auch geleugnet oder gar verherrlicht.
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Neo-Österreicher Ezequiel Max im Sommergespräch
Seit September 2020 können die Nachfahren jener Menschen, die in der NS-Zeit aus Österreich vertrieben wurden bzw. flüchten mussten, relativ einfach die österreichische Staatsbürgerschaft beantragen. Sehr viele haben das seither gemacht, und über 36.000 wurden auf diese Weise bereits eingebürgert. Sie sind die Kinder, Enkel- oder Urenkelkinder der seinerzeit Vertriebenen.
Einer davon ist Ezequiel Max. Der junge gebürtige Argentinier, dessen Urgroßvater 1938 aus Wien geflüchtet ist, hat nicht nur die Staatsbürgerschaft beantragt und bekommen, er lebt nun auch dauerhaft in Wien und will hierbleiben. Österreich empfindet der 24-Jährige tatsächlich als seine zweite Heimat.
Warum hat er sich entschlossen, Österreicher zu werden? Wie belastend ist für ihn die Geschichte seiner Vorfahren? Was gefällt ihm, was ist ihm fremd am Leben in Österreich? Und wie denkt er über den neuen Antisemitismus? Sommergespräch mit Ezequiel Max.
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Der Einfluss von Big Tech auf Demokratie und Wirtschaft
Große Digitalplattformen werden immer mächtiger. Tech-Riesen wie Amazon, Google und Co verdienen nicht nur sehr viel Geld durch Online-Einkäufe und durch die bei ihnen geschaltete Werbung; vielfach wird ihnen auch vorgeworfen, im Online-Handel bereits eine Monopolstellung innezuhaben. Sie kommen auch immer mehr in die Lage zu steuern, was wir lesen, hören und sehen und können dadurch Meinungen beeinflussen. Dadurch gefährden sie auch die Demokratie, manche Kritiker sprechen vom „digitalen Staatsstreich“.
Was kann man dagegen unternehmen? Unter anderem müssten die großen Plattformen manche Privilegien verlieren, die noch aus den Anfangszeiten des Internets stammen. -
Boomregion Bodensee mit Schattenseiten
Der Bodensee gilt als Naturparadies. Er dient als Trinkwasserreservoir für Millionen Menschen. Der Tourismus prägt weltweit das Image der Region, doch am Ufer und im Hinterland liegt die wahre wirtschaftliche Größe. In allen Bundesländern wie Kantonen am See finden sich Hunderte, international aufgestellte Unternehmen, meist seit Generationen in Familienbesitz, meist kaum bekannt und in ihren jeweiligen Bereichen oft unter den gefragtesten der Welt. Wäre die Region ein EU Land – sie hätte, mit gut 70.000 Euro, die dritthöchste Wirtschaftsleistung pro Kopf. Der Standort Bodensee boomt, doch der wirtschaftliche Erfolg zeigt immer mehr Nebenwirkungen. Ein Saldo von Volker Obermayr
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Israel-Iran: Wie geht es weiter?
Die von den USA verkündete Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran ist zwar brüchig, dennoch sind die Kampfhandlungen seit gestern etwas abgeflaut. Israel scheint in den von ihm begonnenen Krieg in 12 Tagen seine Ziele weitgehend erreicht zu haben - so wurden Teherans nukleare Kapazitäten offenbar um Jahre zurückgeworfen, nicht zuletzt nachdem die USA Luftangriffe auf die iranischen Atomanlagen Fordo, Natanz und Isfahan durchgeführt hatten.
Wie geschwächt ist das Mullah-Regime nach den israelischen Militärschlägen? Was bedeutet der Krieg für den Nahen und Mittleren Osten, aber auch für die Geopolitik? Ist die vom Iran ausgehende Gefahr für Israel nun wirklich geringer geworden? Und ist das Völkerrecht nun endgültig totes Recht? -
Der Dalai Lama wird 90: Wie steht es um seine Nachfolge?
Das religiöse Oberhaupt der Tibeter, der 14. Dalai Lama, wird am 6. Juli 90 Jahre alt. Für viele Tibeterinnen und Tibeter ist er DIE Identifikationsfigur, nicht nur in religiösen Fragen, sondern auch gegen das übermächtige China, das Tibet seit den 1950er Jahren besetzt hält. Aber auch weltweit hat der Dalai Lama viele Anhängerinnen und Anhänger, er wird manchmal fast wie ein Popstar gefeiert. Für seine Botschaft von Mitgefühl und Versöhnung erhielt er den Friedensnobelpreis. Inzwischen ist es um den 89-Jährigen ruhig geworden. In seinem Exil in Nordindien hält der Dalai Lama noch Audienzen ab, um die Welt reist er nicht mehr.
Nun geht es um seine Nachfolge: Peking will mitreden, will die religiöse Autorität des obersten tibetischen Buddhisten für eigene Zwecke nutzen.
Doch der Dalai Lama selbst sagt, sein Nachfolger werde in der freien Welt geboren werden, also nicht in Tibet. Rund um seinen Geburtstag will er sich näher dazu äußern. -
Wenn Brustkrebs in den Genen liegt
Rund 1600 Frauen sterben jährlich in Österreich an Brustkrebs.
Brustkrebs ist eine der häufigsten Krebs-Todesursachen.
Verschiedene Tumorarten machen auch ganz unterschiedliche Behandlungen notwendig. Vorsorglich etwas unternehmen können Frauen, die familiär belastet sind, bei denen der Krebs - und das lässt sich heutzutage feststellen - sozusagen in den Genen sitzt. Dafür gibt es Warnsignale: wenn nahe weibliche Verwandte bereits Brustkrebs hatten oder haben.
Freilich kommt nach einer eindeutigen Diagnose eine schwere Entscheidung auf die Betroffenen zu: Sie können sich vorsorglich eine Brust oder auch beide abnehmen lassen - so wie es etwa die bekannte Hollywolldgröße Angelina Jolie gemacht hat. Ursula Theiretzbacher hat sich des Themas angenommen. -
Tschechien und Taiwan: Ziemlich beste Freunde
Seit Vaclav Havels Zeiten unterstützt Tschechien Taiwan in seinem Kampf für Freiheit und Eigenständigkeit. Havel übertrug seine Erfahrungen mit dem Kommunismus auf den Taiwan-Konflikt. Diese Haltung prägt die tschechische Außenpolitik bis heute, und seit Russlands Überfall auf die Ukraine sieht sich Tschechien wieder in einer ähnlichen Lage wie Taiwan, das von China ständig militärisch bedroht wird.
Die tschechische Republik ist inzwischen Taiwans engster Verbündeter in Europa. Immer wieder reisen hohe tschechische Politiker auf die Insel, zum großen Missfallen der Volksrepublik China. Die erhebt Anspruch auf das demokratisch regierte Land, das aufgrund der Ein-China-Politik international nicht anerkannt ist.
Mit seiner mutigen Taiwan-Politik setzt Prag ein deutliches Zeichen gegen autoritäre Regimes und ihre Machtansprüche und profitiert gleichzeitig von den engen Wirtschaftsbeziehungen zu dem boomenden Land. -
Nach dem Grazer Amoklauf: Der Tag danach
Am Tag nach dem Schulmassaker in Graz sprechen wir mit:
Reinhard Haller, Psychiater, Gerichtsgutachter
Thomas Kapitany, Psychiater, Spezialist für Krisenintervention
Paul Nitsche, Lehrer am BORG Dreierschützengasse in Graz, SeelsorgerGestaltung: Astrid Plank, Helene Seelmann, Elisa Vass
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Ukraine - Krieg: Kein Ende in Sicht
Mit einem spektakulären Drohnen-Großangriff auf Russlands strategische Luftwaffe hat die Ukraine jüngst bewiesen, dass sie nicht zur Aufgabe bereit ist. Mit David-gegen-Goliath-Methoden leistet das Land Widerstand gegen die militärische Überlegenheit Russlands. Moskau scheint indes nicht bereit zu sein, über einen Frieden mit der Ukraine zu verhandeln. Es beharrt auf der Abtretung der Krim sowie von vier Gebieten in der Ostukraine, die man derzeit nur teilweise kontrolliert; die Ukraine müsste weiter auf einen NATO-Beitritt verzichten, westliche Waffenliegerungen müssten gestoppt werden. Die Gespräche zwischen Vertretern beider Länder am Montag in Istanbul sind erwartungsgemäß ohne Ergebnis geblieben, lediglich auf einen Gefangenenaustausch konnte man sich einigen.
Sowohl die Ukraine als auch Russland werben unterdessen um die Gunst von US-Präsident Donald Trump und die wichtige Unterstützung der USA. Wie kann es weitergehen? Und wie lange kann der Krieg noch dauern? -
Rebellen im Ostkongo: Gekommen, um zu bleiben
Seit Jahrzehnten wird das zweitgrößte afrikanische Land, der Kongo, von Kriegen und Bürgerkriegen erschüttert.
Im Osten des Landes ist es seit ein paar Jahren die Rebellengruppe M23, die gegen die Zentralregierung ankämpft, dabei aber die Bevölkerung einschüchtert und terrorisiert. Nun etablieren die Rebellen, die Anfang des Jahres die große Stadt Goma eingenommen haben, ihre Herrschaft - indem sie etwa Verwaltungskräfte einsetzen und sogar Banken wieder eröffnen. Doch die Bevölkerung sehnt sich nicht nur nach Frieden, sondern auch nach Essen. Leidtragende sind ganz besonders Frauen und Kinder. -
„Im Öl“: Die Bedeutung von Alkohol in unserer Gesellschaft
Nach einer gern erzählten Legende kam der österreichische Staatsvertrag mit den Besatzungsmächten unter massivem Alkoholeinfluss zustande. Auch wenn das nur zum Teil stimmt: Das Trinken von Alkohol spielt tatsächlich seit vielen Jahrhunderten eine große Rolle im gesellschaftlichen Zusammenleben und auch in politischen Abläufen. Warum ist das so, wo doch die gravierenden schädlichen Auswirkungen des Alkohols auf die Gesundheit gut bekannt sind? Warum verhindern Leberzirrhose, Familientragödien und volkswirtschaftlicher Schaden nicht, dass Alkohol in unseren Breiten geradezu verherrlicht wird? Warum scheiterte die Prohibition, also das Alkoholverbot in den USA? Das Trinken hat auch in vielen Musikstücken und Redewendungen Niederschlag gefunden. So steht etwa „im Öl sein“ für Betrunkensein. Woher stammt das? Eine Rundreise durch die Jahrhunderte und Gesellschaftssysteme.
Gestaltung: Robert Uitz-Dallinger
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Der Preis der Freiheit: Der Kampf um koloniale Entschädigungen
Vor 200 Jahren unterzeichnete der französische König Karl X. eine Verordnung über Entschädigungszahlungen infolge der Unabhängigkeit der Kolonie Saint Domingue - des heutigen Haiti. Aber es war nicht etwa Frankreich, das die Haitianer für mehr als 100 Jahre Ausbeutung und Sklaverei entschädigte. Vielmehr wurde Haiti zur Zahlung von 150 Millionen Goldfrancs verpflichtet, um den französischen Plantagenbesitzern ihren entgangenen Gewinn quasi abzulösen. Der Knebelvertrag hatte und hat enorme Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der einst reichsten Kolonie Frankreichs, heute gilt Haiti als "failed state".
Seit einigen Jahren fordern Politiker:innen und NGOs ehemaliger Kolonien Reparationszahlungen von den einstigen Kolonialmächten, etwa von Großbritannien und Deutschland. Doch an wen sollen mögliche Entschädigungen geleistet werden - an die Staaten oder an die Nachfahren der Sklavinnen und Sklaven? -
Belastungen am Bauernhof
Es wird nicht häufig darüber gesprochen: Die besonderen Belastungen in der Landwirtschaft führen häufig zu Suiziden. Laut einem Bericht der EU sind Bäuerinnen und Bauern in ganz Europa einem großen Druck ausgesetzt, viele von ihnen haben psychische Probleme, Depressionen oder Angstzustände. Es geht um Preisdruck für die landwirtschaftlichen Produkte, die Sorge vor dem Klimawandel und Probleme bei Hofübergaben.
Psychische Probleme sind auf dem Land noch immer stark tabuisiert. Doch es gibt Hilfe. Das bäuerliche Sorgentelefon ist unter der Nummer 0810 676 810 erreichbar, die Telefonseelsorge unter dem Notruf 142. Unter www-lebensqualitaet-baernhof.at gibt es Infos und Hilfe in herausfordernden Zeiten.
Die Recherche von Diana Köhler und Johanna Tirnthal wurde vom Journalismfund Europe unterstützt. www.journalismfund.eu -
Klartext: Hunger und Krieg in Gaza: Welche Strategie verfolgt Israel?
Israel hat vor wenigen Tagen neuerlich eine Großoffensive im Gazastreifen begonnen, mit Luftangriffen und Bodentruppen. Erklärtes Ziel ist es, den gesamten Gazastreifen einzunehmen und zu besetzen. Gleichzeitig lässt Israel nach drei Monaten wieder Hilfsgüter in das Gebiet.
Immer öfter wird die Verhältnismäßigkeit des israelischen Vorgehens und die Einhaltung des Völkerrechts hinterfragt. Der internationale Druck wächst; scharfe Kritik kommt aus Frankreich, Großbritannien und Kanada. Auch die EU-Spitze bezeichnet die Lage im Gazastreifen als inakzeptabel.
Welche Strategie verfolgt Israel? Was bedeutet sie für die Menschen im Gazastreifen? Und wie könnte die Weltgemeinschaft eingreifen?
Darüber diskutieren unter der Leitung von Helene Seelmann:
Laura Leyser, Geschäftsführerin Ärzte ohne Grenzen Österreich
Matthias Wasinger, Oberst des Generalstabs, Österreichisches Bundesheer
David Kriegleder, ORF-Korrespondent Tel Aviv -
Familie oder Freiheit: Hilfe für Opfer von Verwandtschaftsgewalt
Auch in Österreich gibt es schlimme Fälle von patriarchaler Verwandtschaftsgewalt: Zwangsheirat etwa - die Eltern suchen für junge, manchmal sogar minderjährige Frauen Ehepartner aus. Oder Verschleppung: Mädchen werden in die Heimatländer der Eltern gebracht, wo sie nicht selten eingesperrt werden; sie dürfen nicht mehr nach Österreich zurück, müssen Schule oder Berufsausbildung abbrechen. Meist sind Verschleppungen Disziplinierungsmaßnahmen - etwa weil die Betroffene hier einen Freund hat oder sich zu "westlich" kleidet. Oft, aber nicht immer, geht eine Verschleppung mit einer Zwangsverheiratung im Ausland Hand in Hand.
Doch es gibt Hilfe: Einige Organisationen in Österreich kümmern sich um die Rückholung Verschleppter, um die rechtliche Betreuung Zwangsverheirateter oder die sichere Unterbringung von jungen Frauen, die aufgrund ihrer Gewalterfahrungen weg von ihrer Familie wollen und müssen. Vor kurzem hat die Caritas Steiermark eine Tagung in Graz zu diesen Themen organisiert. -
70 Jahre Staatsvertrag
Am 15. Mai 1955 unterzeichneten die alliierten Besatzungsmächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich sowie Österreich im Wiener Schloss Belvedere den Staatsvertrag, mit dem die Souveränität Österreichs wiederhergestellt wurde. Die Worte „Österreich ist frei!“ von Außenminister Leopold Figl (ÖVP) haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Am 27. Juli 1955 trat der Vertrag in Kraft und beendete die zehn Jahre dauernde Besatzungszeit. Im Oktober zogen die letzten Soldaten der Alliierten ab, Österreich beschloss das Neutralitätsgesetz.
Für die Republik war der Staatsvertrag, der erst nach langwierigen Verhandlungen zustande kam, ein Meilenstein.
Das Parlament würdigt mit einem Festakt diese wichtige Phase im Jahr 1955.
Dazu außerdem ein Gespräch mit Monika Sommer, Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich. -
Alt, arm, weiblich - Wenn die Pension nicht reicht
Armut im Alter trifft in Österreich hauptsächlich Frauen. Das zeigen die Armutszahlen, die die Statistik Austria kürzlich präsentiert hat, eindrücklich. Vergangenes Jahr waren schon 32 Prozent der alleinlebenden Pensionistinnen armutsgefährdet. Bei den Männern waren es 16 Prozent. Im EU-Vergleich klafft in Österreich eine der größten Pensionslücken zwischen Frauen und Männern.
Was sind die Gründe? Was bedeutet es, wenn die Pension nicht reicht? Und was können Frauen tun, um gut vorzusorgen? -
Alt, arm, weiblich - Wenn die Pension nicht reicht
Altersarmut bei Frauen wird in Österreich ein immer größeres Problem. Das führen die Armutszahlen, die die Statistik Austria kürzlich präsentiert hat, eindrücklich vor Augen.
32 Prozent, also fast jede dritte alleinlebende Pensionistin, war im Vorjahr armutsgefährdet. 2020 war es noch jede vierte. Alleinlebende Männer in Pension sind hingegen nur halb so oft armutsgefährdet.
Warum das so ist, was es bedeutet, wenn die Pension nicht reicht und was Frauen tun können, um gut vorzusorgen - diesen Fragen ist Veronika Mauler nachgegangen: -
Klartext: Nach der Budgetrede
Am Dienstag Vormittag hat Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) seine erste Budgetrede gehalten. Die Bundesregierung will in den nächsten Jahren einen harten Sparkurs fahren. Denn für heuer erwartet das Finanzministerium ein Budgetdefizit von 4,5 Prozent, das liegt deutlich über der Maastricht-Grenze von 3 Prozent. Gleichzeitig muss die Regierung aber investieren, um die seit Jahren schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln. Außerdem besteht in vielen Bereichen enormer Nachholbedarf, zum Beispiel in der Verteidigung sowie im Bildungsbereich.
Spart die Regierung an den richtigen Stellen? Nimmt sie die Chance wahr, das Steuersystem zu ökologisieren und Geld gerechter zu verteilen? Setzt sie die passenden Schwerpunkte bei den Investitionen?
Darüber diskutieren:
Georg Feigl, Budgetexperte Arbeiterkammer Wien
Monika Köppl-Turyna, Direkorin EcoAustria
Margit Schratzenstaller, Budgetexpertin Wifo -
Klartext: 80 Jahre Kriegsende
Diskussion zum Ende des Zweiten Weltkrieges am 8.5.1945. Mit:
Georg Hoffmann, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien
Barbara Staudinger, Direktorin Jüdisches Museum Wien
Barbara Stelzl-Marx, Direktorin Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung, Graz -
Die Eskalation der Gewalt am Ende der NS-Herrschaft
Als gegen Ende des Zweiten Weltkriegs die Front von allen Seiten auf NS-Deutschland näher rückte und die Niederlage immer gewisser wurde, kam in der NS-Diktatur Weltuntergangsstimmung auf. Die Verantwortlichen wollten ihre wahnwitzigen rassistischen Ideen vollenden, aber auch Spuren ihrer Verbrechen verwischen und dem Feind möglichst wenige Beweise, auch möglichst wenig Infrastruktur hinterlassen. Deswegen wurden KZs geräumt, zigtausende Häftlinge und Zwangsarbeiter:innen auf Todesmärsche geschickt oder in Massenmorden hingerichtet, Zivilist:innen wahllos erschossen, oft ohne Befehl von oben. Schon zuvor waren beim Rückzug aus der damaligen Sowjetunion ganze Landstriche zerstört und entvölkert worden. In Österreich kamen in den letzten Kriegswochen mehr Menschen ums Leben als in allen Kriegsjahren zuvor.
Eine dreitägige Tagung am Heeresgeschichtlichen Museum in Wien hat sich mit diesen Kriegsendverbrechen beschäftigt. -
Diplomaten ohne Staat: der österreichische Auswärtige Dienst in der NS-Zeit
Vor 80 Jahren, am 16. April 1945, noch vor dem eigentlichen Kriegsende, nahm der Auswärtige Dienst in Wien seinen Betrieb wieder auf, nachdem er nach dem "Anschluss" Österreichs ans Deutsche Reich aufgelöst worden war. In der NS-Zeit standen viele Diplomaten vor schwierigen Fragen und Entscheidungen: Sollten sie sich anpassen und fortan Hitler-Deutschland dienen? Oder in den Widerstand gehen, den Dienst quittieren und das Gewissen vor die eigene Karriere stellen?
Nach langen Jahrzehnten des Verdrängens und Übergehens stellt sich das österreichische Außenministerium nun aktiv seiner Vergangenheit. Externe Historiker:innen wurden damit beauftragt, die Biografien der damaligen Diplomaten zu durchleuchten. Deren Lebensgeschichten handeln von Verfolgung, Mitläufertum und - nach 1945 - Neuanfang. Erste Forschungsergebnisse wurden in einem Symposium im Außenministerium präsentiert. -
100 Tage Donald Trump
Ende April ist Donald Trump, der nach vierjähriger Pause im November 2024 als US-Präsident wiedergewählt worden ist, 100 Tage im Amt. Für Trump-Anhänger:innen ist er schon heute einer der größten US-Präsidenten. Für Trump-Kritiker:innen zeigt sich dagegen mit jedem Tag deutlicher: Der Mann gefährdet die Demokratie.
Eine Reportage aus drei verschiedenen US-Bundesstaaten, die die Stimmung zu drei Schwerpunkt-Themen zeigt: zu Trumps Strafzöllen, die auch vielen republikanischen Unternehmer:innen große Sorgen bereiten; zur angedrohten Massenabschiebung illegal Eingewanderter, die in Migrations-Hotspots bei Betroffenen und Helfern teilweise für Panik sorgt; und zur Kündigung tausender Regierungsmitarbeiter:innen durch Elon Musks umstrittene DOGE-Behörde. -
Klartext: Nach der Wien-Wahl - Rot-Pink, Rot-Grün, Rot-Schwarz?
Nach der Wahl eines neuen Gemeinderats bzw. Landtags in Wien am Sonntag steht eines fest: SPÖ-Chef Michael Ludwig bleibt Wiener Bürgermeister. Die Frage ist, wen er sich als Koalitionspartner dazuholt – er hat die Wahl zwischen dem bisherigen Koalitionspartner, den NEOS, sowie ÖVP und Grünen. Nur die FPÖ hat er dezidiert schon ausgeschlossen.
Wer hat die besten Karten im Koalitionspoker? Was sind die drängendsten Themen, derer sich die neue Stadtregierung annehmen muss? Und inwieweit war die Wien-Wahl ein erster Stimmungstest für die Bundesregierung?Darüber diskutieren:
Walter Hämmerle, Kleine Zeitung
Thomas Hofer, Politikberater
Barbara Tóth, Der FalterDiskussionsleitung: Monika Feldner-Zimmermann
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Saldo: Handel im Zollstreit
US-Präsident Donald Trump betreibt eine unberechenbare Handelspolitik, in der Zölle auf Importe in die USA eingeführt oder erhöht werden, um sie im nächsten Moment wieder auszusetzen. Andere Länder reagieren mit Gegenzöllen, auch die EU. Es ist ein globaler Handelsstreit entstanden, mit vielen Unsicherheiten und der Gefahr einer globalen Rezession.
Darüber diskutieren:
Gabriel Felbermayr, WIFO-Chef
Robert Machtlinger, CEO beim Luftfahrtzulieferer FACC
Christina Netzl, Winzerin, Weingut Netzl
Wolfram Senger-Weiss, CEO, Spedition Gebrüder WeissDiskussionsleitung: Christoph Danninger
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Wahlkampf auf Wienerisch
Bei der Wiener Landtagswahl am 27.4. treten sieben Parteien im gesamten Stadtgebiet, also in allen Wahlkreisen an. Wir begleiten ihre Spitzenkandidat:innen und fragen nach ihren Chancen beim Wahlvolk und bei Experten.
Dass die SPÖ wieder auf Platz Eins landen wird, davon ist auszugehen; die Frage ist, wie groß der Abstand zu den nächsten Parteien wird und mit wem die SPÖ dann eine Koalition eingehen wird. -
Klartext: Was kommt nach Papst Franziskus?
Das Erbe des "Unvollendeten"
Papst Franziskus ist tot. Er hat viele Hoffnungen geweckt, neue Akzente gesetzt - konkrete Reformen wurden in den zwölf Jahren seiner Amtszeit aber kaum umgesetzt. Der Vatikan-Experte Marco Politi nennt ihn in seinem neuen Buch "Der Unvollendete".
In einer weltpolitisch schwierigen Situation muss nun ein neuer Papst gewählt werden. Werden die globalen Krisen die Entscheidung der Kardinäle bestimmen? Oder werden innerkirchliche Erwägungen im Vordergrund stehen?Darüber diskutieren:
Doris Helmberger-Fleckl, Chefredakteurin der Wochenzeitung "Die Furche"
Dietmar Neuwirth, Tageszeitung "Die Presse"
Paul Wuthe, Chefredakteur der katholischen Nachrichtenagentur "Kathpress"Diskussionsleitung: Markus Veinfurter
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Sudan - die größte humanitäre Krise der Welt
Im Sudan herrscht laut UNO die größte humanitäre Krise der Welt. 25 Millionen Menschen sind von Hunger bedroht, rund 12 Millionen vertrieben durch den Krieg, derseit zwei Jahren im Land tobt.
Der Armeechef und de facto-Machthaber des Landes kämpft mit der nationalen Armee gegen seinen ehemaligen Stellvertreter, der die grausame RSF-Miliz befehligt. Vor kurzem haben Regierungstruppen die Hauptstadt Khartum zurückerobert; die Kämpfe in weiten Landesteilen dauern an. Vor allem im Westen, in der Region Darfur, kommt es zu schweren Menschenrechtsverbrechen und ethnischen Säuberungen. Ein Lokalaugenschein in dem bitterarmen Land.
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Von Bulgarien nach Westeuropa: Menschenhandel in der EU
Sie werden in Bordellen Westeuropas und auf dem Straßenstrich zur Prostitution gezwungen. Davor war ihnen Liebe vorgetäuscht oder ein besseres Leben versprochen worden: Die Rede ist von den Opfern von Menschenhandel, den der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg als eine moderne Form der Sklaverei definiert. Viele der Opfer kommen aus Bulgarien.
Meist sind die betroffenen Frauen und Männer Analphabeten, leben in großer Armut und geraten leicht in die Fänge organisierter, krimineller und ausbeuterischer Gruppierungen.
Sie werden nicht nur zur Prostitution gezwungen und häufig misshandelt, sondern manchmal bezahlen sie auch mit dem Tod, wie im Fall eines 16-Jährigen, der im vergangenen Herbst in Wien-Favoriten von seinem Freier mit einer Axt grausam ermordet wurde.
Bulgarien hat keine robuste Strategie zur Bekämpfung des Menschenhandels, im Gegenteil. Auch die Zusammenarbeit mit Zielländern wie Österreich lässt viel zu wünschen übrig. -
Japans alternde Gesellschaft: Maßnahmen gegen den einsamen Tod
Japans Gesellschaft altert stark. Viele über 65Jährige leben allein, und jedes Jahr sterben Tausende einsam in ihren vier Wänden. Was macht die Gesellschaft dagegen? Begegnungszentren für alte Menschen sind ein Mittel.
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Ein Ökobunker für Ugandas Künstler:innen
Seitdem sich in Uganda der Popstar Bobi Wine als Präsidentschaftskandidat aufstellen hat lassen, ist die Kunst- und Kulturszene im Visier des Regimes. Denn Wine ist es gelungen, mit Songtexten über die Missstände im Land die Jugendlichen zu mobilisieren.
Seitdem müssen sich Ugandas Künstler und Künstlerinnen in Acht nehmen, denn die Geheimdienste beobachten, was Schriftsteller schreiben, Musikerinnen singen und Dichter texten. Der Schriftsteller Kakwenza Rukirabashaija beispielsweise, der mit seinen Fabeln das Regime an den Pranger stellte, wurde 2021 verhaftet und brutal gefoltert.
Doch jetzt bauen die Mitglieder des Kunst- und Kulturzentrums 32Degrees East in Ugandas Hauptstadt Kampala ein neues, einzigartiges Gebäude – es ist massiv und nachhaltig gebaut, ein Ökobunker gewissermaßen, in dem die Künstler:innen wieder einen sicheren Freiraum für sich etablieren wollen. -
Börsenbeben, Proteste und Schock: Die Folgen der US-Zollpolitik
80 Tage ist er an der Macht, seither sorgt US-Präsident Donald Trump mit seinen Ankündigungen und Maßnahmen fast täglich für Schockwellen weit über die USA hinaus. Seine jüngst verkündete Zollpolitik straft fast jedes Land mit unterschiedlich hohen und nach einer ziemlich schrägen Formel berechneten Zöllen ab. Damit ruft Trump praktisch einen Handelskrieg aus und könnte eine globale Rezession auslösen. Schon sprechen viele vom Ende der regelbasierten Handelsordnung unter dem Dach der WTO.
Auch in den USA sorgen die drohenden Preissteigerungen, aber auch Trumps Lust-am-Schock-Politik für große Verunsicherung. Hunderttausende protestierten am Wochenende gegen die Massenentlassungen von Beamten, massive Kürzungen bei Förderprogrammen und gegen den großen Einfluss von Tech-Milliardären auf die Politik.
Welche Ziele verfolgt der US-Präsident mit seinen mitunter willkürlich anmutenden Maßnahmen? Wie sollte die EU reagieren? Und erleben wir gerade das Ende der Weltmacht USA? -
Orte des Gedenkens: Soldatenfriedhöfe, Opfergräber und Mahnmale
Vor 80 Jahren ist der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende gegangen. Mitte April 1945 ist Wien befreit worden, das KZ Mauthausen erst am 5. Mai, im Westen und Süden Österreichs wurde noch gekämpft, am 8. Mai war dann alles vorbei.
Unter den Zig-Millionen Toten des Krieges waren auch hunderttausende Menschen aus Österreich - beileibe nicht nur Soldaten.
Wo sind eigentlich all diese Menschen begraben - und wo kann man ihrer gedenken? -
Dreierkoalition - eine erste Bilanz
Seit genau einem Monat ist die Dreierkoalition im Amt, am 3. März ist die Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS angelobt worden. Zustande gekommen ist sie erst im zweiten Anlauf, nachdem Bundespräsident Alexander Van der Bellen von allen mehr Kompromissfähigkeit eingefordert hatte.
Seither gab es erste Regierungsbeschlüsse, allerdings wurde auch bekannt, dass das Budgetdefizit weit höher ausfällt als bisher angenommen.
Was bedeutet die schlechte budgetäre Ausgangslage für die Regierungsarbeit? Und wie hat sich die erste Dreierkoalition seit 1947 bisher geschlagen?Darüber diskutieren:
Peter Hajek, Meinungsforscher und Politologe
Andreas Koller, Salzburger Nachrichten
Petra Stuiber, Der Standard -
Die dunkle Geschichte der Seegrotte
Die Hinterbrühl, eine kleine Marktgemeinde nahe Mödling, war aufgrund ihrer idyllischen Lage im Wienerwald lange ein beliebter Aufenthaltsort berühmter Künstler und auch populäre Sommerfrische für betuchte Wiener:innen. Im Zweiten Weltkrieg aber haben die Nationalsozialisten in der Seegrotte, einer der Hauptattraktionen der Hinterbrühl, Jagdflugzeuge herstellen lassen - von hunderten Zwangsarbeitern, die in einem eilig errichteten Außenlager des KZs Mauthausen ein elendes Dasein fristeten, Misshandlungen und Hunger leiden mussten.
Kurz vor Kriegsende, am 1. April 1945 wurden an die 1.900 Lagerinsassen aus der Hinterbrühl nach Mauthausen getrieben, hunderte Menschen starben auf diesem Todesmarsch oder wurden schon vorher ermordet, weil sie marschunfähig waren.
In den Jahrzehnten nach dem Krieg wollte die Gemeinde von ihrer dunklen Vergangenheit nichts mehr wissen. Das hat sich geändert, es gibt auch eine KZ-Gedenkstätte; allgemein bekannt ist die NS-Geschichte aber noch nicht. -
Abschied vom ewigen Eis
Die Gletscher sind die Fieberthermometer des Klimawandels. Bis zum Ende des Jahrhunderts, so schätzen Expert:innen, werden in der Schweiz fast alle Gletscher geschmolzen sein. Mit ihnen verschwindet ein prägender Teil der Schweizer Natur- und Kulturlandschaft, Lebensräume verändern sich. Was außer Wasser verlieren wir, wenn die Gletscher verschwinden?
In Gletscherbächen hat ein Schweizer Forschungsteam gerade eine erstaunliche Vielfalt an Bakterien entdeckt - Biodiversität, die zusammen mit den Gletschern zu verschwinden droht. Und während Glaziologen das rasante Schmelzen des "ewigen Eises" vermessen, suchen Künstlerinnen auch nach neuen Wegen, den Wandel sichtbar zu machen. -
Als Kind von den Nationalsozialisten verfolgt: Zeitzeugen erzählen
80 Jahre nach Ende der Nazi-Diktatur gibt es immer weniger Menschen, die diese Zeit noch erlebt haben und davon berichten können. Die meisten NS-Verfolgten, die heute noch leben, waren zwischen 1938 und 1945 Kinder oder Jugendliche. Sie waren auf ganz unterschiedliche Weise vom Nazi-Terror betroffen: Eltern wurden ermordet, sie selbst diskriminiert und deportiert, einige überlebten in Verstecken oder im Exil. Darüber zu reden, gelingt vielen erst heute.
Als Zeitzeug:innen gehen sie in Schulen, um Schüler:innen die Nazi-Gräuel auf persönlicher Ebene näherzubringen und vorbeugend gegen Antisemitismus und Rassismus zu wirken. Aber interessiert das junge Menschen von heute überhaupt noch? -
Letzter Akt in der Buwog-Affäre
Im Buwog-Berufungsprozess hat der Oberste Gerichtshof sein Urteil gefällt: Das erstinstanzliche Untreue- und Geschenkannahmeurteil gegen den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser wurde bestätigt, das Strafausmaß aber auf vier Jahre Freiheitsstrafe halbiert. Auch für einige andere Angeklagte wurde das Strafmaß verändert. Das letztinstanzliche Urteil fiel damit 21 Jahre, nachdem die Bundeswohnungen privatisiert wurden, 16 Jahre, nachdem die Ermittlungen begonnen haben und acht Jahre, nachdem das Verfahren in erster Instanz begonnen hat.
Wie sind die Urteile einzuschätzen, ist die lange Verfahrensdauer allen Beteiligten zumutbar? Welche Konsequenzen müssen Politik und Justiz daraus ziehen? Und was muss Österreich in der Korruptionsbekämpfung tun?
Darüber diskutieren:
Michael Dohr, Rechtsanwalt, Verteidiger von Walter Meischberger
Renate Graber, Journalistin Der Standard
Georg Krakow, Transparency International
Ashwien Sankholkar, Journalist Dossier, Buwog-Aufdecker -
Warum ist die AfD im Osten Deutschlands so stark?
Bei der deutschen Wahl Ende Februar hat die AfD, eine in Teilen rechtsextreme Partei, ihren Stimmenanteil gegenüber der Wahl zuvor verdoppelt – auf 20,8 Prozent.
Sie verdrängte damit die Sozialdemokraten vom zweiten Platz und liegt nun hinter der Union aus CDU und CSU. Noch deutlicher war das Ergebnis in jenen Bundesländern, die einst die DDR bildeten. Dort hat sich die Landkarte komplett blau eingefärbt, mit Ausnahme der Großstadt Berlin wurde die AfD zur stärksten Partei.
Warum hat die Rechte gerade in den Regionen solchen Zulauf, die einst Teil einer Diktatur waren, noch dazu einer, die sich betont antifaschistisch gegeben hat?
Der deutsche Historiker und Autor Ilko Sascha Kowalczuk ist selbst in der DDR aufgewachsen und hat unter der SED-Diktatur gelitten.
Kürzlich war er in Wien – auf Einladung des Renner-Instituts der SPÖ - und hat darüber referiert, warum im Osten Deutschlands die AfD so stark ist.
Stefan May fasst die Veranstaltung zusammen. -
Literatur im Krieg: Das Internationale Literaturfestival Odessa
Vor zehn Jahren fand das erste „Internationale Literaturfestival Odessa“ statt. Damals hatte Russland zwar schon die Ostukraine angegriffen und die Krim annektiert – aber noch trafen sich am Schwarzen Meer ukrainische und russische Schriftsteller:innen, um über die Ursachen und Folgen der Angriffe zu diskutieren. Das ist mittlerweile nicht mehr möglich, denn der Gesprächsfaden zwischen russischen und ukrainischen Kulturschaffenden ist abgerissen, die Altstadt von Odessa immer wieder Ziel von russischen Raketenangriffen. Drei Jahre nach dem russischen Überfall auf die Ukraine fand das ILO nun Ende Februar im polnischen Krakau statt. Der Strategiewechsel der USA unter Donald Trump beschäftigt Schriftsteller, Flüchtlingshelferinnen und Ukrainer im Exil.
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Klartext: Europa rüstet auf - wohin steuern wir?
Stefanie Fenkart, Friedensforscherin, International Institute for Peace
Gustav Gressel, Militärexperte, Landesverteidigungsakademie
Reinhard Marak, Krisenmanagement und Sicherheitsvorsorge, WKÖ
Klaus-Heiner Röhl, Ökonom, Institut für die Deutsche WirtschaftDiskussionsleitung: Paul Schiefer
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Doppelt verfolgt: Südtiroler Juden zwischen Faschismus und Nationalsozialismus
In memoriam Mathilde Schwabeneder (Gestaltung)
Schon im Mittelalter hatten sich Juden in Südtirol niedergelassen. Ihre Blütezeit erreichte die Gemeinde in den letzten Jahrzehnten der Habsburgermonarchie. So trugen jüdische Ärzte ganz wesentlich zum Erfolg der Kurstadt Meran bei und verhalfen ihr zu internationalem Ruhm.
Die faschistischen Rassengesetze 1938 und der Einmarsch der Nationalsozialisten im September 1943 setzen alldem jedoch ein brutales Ende. Jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen wurden denunziert, vertrieben, deportiert. Heute zählt die jüdische Gemeinde in Meran wieder rund 50 Mitglieder. Die Aufarbeitung ist jedoch noch lange nicht zu Ende. „Es war ein Tabuthema, von dem man nicht einmal erkannt hatte, dass es ein Tabu ist“, sagt Peter Langer, Sohn von Überlebenden. -
Davos: Porträt eines berühmten Ortes
Der Schweizer Ort war im 19. Jahrhundert ein berühmter Luftkurort für reiche Lungenkranke; heute beherbergt er regelmäßig das Weltwirtschaftsforum und damit die Reichen und Mächtigen des 21. Jahrhunderts. In der NS-Zeit war Davos eine Schweizer Nazi-Hochburg. Porträt eines besonderen Ortes. Diese Dokumention wurde in Ö1 am 6. Mai 2024 gesendet.
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Jack the Writer: 30 Jahre Prozess gegen Jack Unterweger
Vor fast genau 30 Jahren, am 20. April 1994, begann in Graz ein aufsehenerregender Prozess: Der mutmaßliche Serienfrauenmörder Jack Unterweger stand vor Gericht. Ende Juni wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt - wenige Stunden danach nahm er sich das Leben. Die Mordserie, die spektakuläre Flucht des Verdächtigen in die USA und sein Auftreten in der Öffentlichkeit hatten monatelang die Schlagzeilen beherrscht. Hören Sie einen Rückblick auf diesen Jahrhundertprozess von Astrid Plank. - Diese Dokumentation wurde in Ö1 am 16. April 2024 gesendet.
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Die Kinder von Izieu
Am 6. April 1944 wurden 44 Kinder und sieben Erwachsene im Kinderheim in Izieu bei Lyon festgenommen, deportiert und schließlich in Auschwitz ermordet. Auch sieben Kinder aus Österreich waren darunter, sie waren mit ihren Familien nach dem "Anschluss" im März 1938 nach Frankreich geflüchtet. Vor ihrer Deportation verbrachten die jüdischen Kinder, deren Eltern bald in Lagern eingesperrt oder umgebracht worden waren, einige Monate in dem idyllisch gelegenen Kinderheim, bis der „Schlächter von Lyon“, Gestapo-Chef Klaus Barbie, die Kinder und Betreuer:innen nur wenige Monate vor der Kapitulation der deutschen Truppen in Frankreich in einer brutalen Razzia abholen ließ. Die Kinder von Izieu haben im kollektiven Gedächtnis in Frankreich einen wichtigen Platz eingenommen. In Österreich ist das Schicksal der sieben Kinder aus Wien weitgehend unbekannt. - Diese Dokumentation wurde in Ö1 am 3. April 2024 gesendet.